Ein dramatischer Unfall nach einer Verfolgungsjagd an der Grenze, ein verletzter Schlepper in Untersuchungshaft und ein deutlicher Rückgang irregulärer Grenzübertritte.
Vor genau einer Woche ereignete sich ein dramatischer Zwischenfall im burgenländischen Grenzgebiet: Ein 21-jähriger pakistanischer Schlepper durchbrach mit zehn Flüchtlingen im Fahrzeug die Grenze bei Andau, während ungarische Polizeikräfte die Verfolgung aufnahmen.
⇢ Schlepper kracht in Hausmauer – Elf Verletzte bei Nacht-Drama in Andau
Im Ortsgebiet verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen die Mauer eines landwirtschaftlichen Anwesens. Sämtliche Insassen erlitten Verletzungen und wurden in verschiedene Krankenhäuser – das Wiener AKH, das Wien-Donaustadt und das Krankenhaus Eisenstadt – eingeliefert.
Die Zeiten massiver Migrationsbewegungen, die die Behörden administrativ an ihre Grenzen brachten, scheinen vorerst überwunden. In den letzten drei Monaten verzeichneten die Behörden durchschnittlich elf irreguläre Grenzübertritte pro Tag aus Ungarn nach Österreich. Den diesjährigen Höchstwert erreichten die Aufgriffszahlen Ende Juli in der 30. Kalenderwoche mit 108 Personen. Seither bewegen sich die wöchentlichen Aufgriffe in einem Korridor zwischen 70 und 90 Personen.
Aktuelle Grenzsituation
„Im Vergleich zu früheren Phasen ist die gegenwärtige Lage überschaubar. Es liegt noch nicht lange zurück, dass täglich zwischen 300 und 600 oder mehr Migranten registriert und versorgt werden mussten„, berichten Beamte einer Polizeistreife im burgenländischen Bezirk Neusiedl am See. Die Routinearbeit der österreichischen Sicherheitskräfte – Polizisten wie Soldaten – verläuft größtenteils ohne nennenswerte Zwischenfälle, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Folgen des Unfalls
Die zehn Flüchtlinge – vier Männer, vier Frauen und zwei Kinder – konnten nach ihrer medizinischen Versorgung rasch entlassen und in die reguläre Betreuung übernommen werden. Auch der Schlepper, der im Unfallwrack eingeklemmt und schwer verletzt worden war, befindet sich nicht mehr in stationärer Behandlung. Der 21-Jährige wurde nach Stabilisierung seines Gesundheitszustands direkt aus dem Spital in die Justizanstalt überstellt. Aufgrund der Schwere des Delikts kam eine Anzeige auf freiem Fuß nicht in Betracht.
Die Zeit bis zu seinem Prozess verbringt der junge Mann in Untersuchungshaft.