Ein Messer mit religiöser Bedeutung, eine manipulierte Aussage – und ein 18-Jähriger stirbt in Handschellen.
Ein 23-jähriger Sikh aus Southampton ist wegen des Mordes an dem 18-jährigen Studenten Henry Nowak schuldig gesprochen worden. Der Angriff ereignete sich am 3. Dezember des Vorjahres: Vickrum D. stach auf sein Opfer mit einer Kirpan ein – einem großen zeremoniellen Messer, das im Sikhismus religiöse Bedeutung trägt – und versetzte ihm dabei fünf Stiche.
Digwa hatte vor Gericht angegeben, Nowak habe ihn zunächst attackiert und rassistisch beleidigt. Die Staatsanwaltschaft widersprach dieser Darstellung jedoch entschieden: Digwa habe die Polizei gezielt in die Irre geführt und sich selbst als Opfer inszeniert, um von seiner eigenen Schuld abzulenken. Auch Digwas Mutter, Kiran Kaur, wurde verurteilt – sie hatte das Tatmesser nach der Tat vom Tatort entfernt.
Fatale Verwechslung
Als die Polizei eintraf, schilderte Digwa die Situation als rassistischen Übergriff auf seine Person. Henry Nowak wurde daraufhin festgenommen und mit Handschellen gesichert. Kurz darauf verlor er das Bewusstsein; trotz eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen verstarb er noch am Tatort.
Die Polizei hat sich in der Folge bei der Familie des Opfers entschuldigt. Ein leitender Beamter räumte öffentlich ein, dass man durch Digwas falsche Angaben getäuscht worden sei. Die unabhängige Polizeiaufsicht IOPC hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet, die sich auf den Einsatz der Handschellen sowie die geleisteten Erste-Hilfe-Maßnahmen konzentriert.
Urteil steht aus
Die zuständige Richterin gab bekannt, dass das Strafmaß für Vickrum D. am 1. Juni und für seine Mutter am 17. Juli verkündet werden soll.
Die Ermittlungen in dem Fall sind weiterhin im Gange.