Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tierwelt

Nur 9 Zentimeter groß: Wien bekommt die kleinste Schildkröte der Welt

Nur 9 Zentimeter groß: Wien bekommt die kleinste Schildkröte der Welt
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Klein, selten und mit einer erstaunlichen Geschichte: Wien hat einen neuen tierischen Rekordhalter bekommen.

Das Haus des Meeres in Wien-Mariahilf hat einen ungewöhnlichen Neuzugang erhalten: Eine Gesägte Flachschildkröte ist dort eingezogen und zieht seither die Blicke der Besucher auf sich.

Mit einer Panzerlänge von lediglich sieben bis neun Zentimetern gilt die Gesägte Flachschildkröte als die kleinste lebende Landschildkröte der Welt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im westlichen Südafrika, wo sie die trockenen, felsigen Regionen des Namaqualands sowie der Succulent Karoo bewohnt. An die kargen Bedingungen dieser Landschaften hat sie sich im Laufe der Zeit bemerkenswert angepasst.

Bedrohter Lebensraum

Der ohnehin eng begrenzte Lebensraum der Art steht zunehmend unter Druck. Landwirtschaft, Bergbauaktivitäten und der Ausbau von Infrastruktur verkleinern das Verbreitungsgebiet der Tiere spürbar. Verschärft wird die Lage durch den Klimawandel, der mit veränderten Wetterbedingungen eine weitere ernsthafte Bedrohung darstellt. Zusätzlich setzt der illegale Handel mit Heimtieren der wildlebenden Population zu.

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als gefährdet ein und beschreibt die Bestandsentwicklung als rückläufig. Als Hauptursache nennt die Organisation die menschliche Landumwandlung sowie den internationalen Heimtierhandel. Die Art ist im CITES-Übereinkommen in Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert.

Langsame Fortpflanzung

Die Art zeichnet sich durch eine ausgesprochen langsame Fortpflanzung aus. Bis zur Geschlechtsreife vergehen mehr als zehn Jahre, und die Weibchen bringen pro Gelege lediglich ein einziges Ei zur Welt. Dieses Ei ist gemessen an der Körpergröße der Tiere auffallend groß – eine besondere Beweglichkeit des Beckens ermöglicht es den Weibchen dennoch, es abzulegen.

Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Sukkulenten (wasserspeichernde Pflanzen), die ihnen gleichzeitig als Wasserquelle dienen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen