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RESISTENZ

Österreichs Ärzte warnen vor Antibiotika-Missbrauch bei Grippewellen

Österreichs Ärzte warnen vor Antibiotika-Missbrauch bei Grippewellen
Symbolfoto. FOTO: iStock/Liderina
3 Min. Lesezeit |

Ärzte warnen vor den Gefahren eines unsachgemäßen Einsatzes von Antibiotika, die bei viralen Infekten wie Grippe oder Covid-19 wirkungslos sind. Falsche Anwendung begünstigt Resistenzen, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann, besonders bei schweren Infektionen und in der Intensivmedizin.

In medizinischen Praxen in ganz Österreich herrscht derzeit reger Betrieb. Der Grund: viele Menschen sind von grippalen Infekten, der echten Grippe (Influenza) oder Covid-19 betroffen und leiden unter typischen Symptomen wie Fieber, Halsweh oder Schüttelfrost. Oft erscheint der Griff zu Antibiotika als einfache Lösung zur schnellen Genesung, doch das ist ein Trugschluss.

Missverständnisse und Risiken

Die Wiener Allgemeinmedizinerin Dr. Anna-Christina Bernd und der Intensivmediziner Univ.Doz. Dr. Alexander Kober aus Niederösterreich warnen – im oe24 Interview – eindringlich vor dem falschen Gebrauch von Antibiotika. Antibiotika sind bei virusbedingten Erkrankungen unwirksam. Dieser Umstand wird häufig ignoriert, wie eine Umfrage der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zeigt: Über 35 Prozent der Befragten glauben fälschlicherweise, dass Antibiotika auch gegen Viren wirken. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage bei viralen Infekten.

Dr. Kober betont: „Antibiotika werden in Österreich viel zu oft verschrieben, was die Bildung von Resistenzen fördert.“ Resistenzen entstehen, wenn Bakterien unempfindlich gegenüber den Wirkstoffen werden – oft infolge von unsachgemäßem Gebrauch dieser Medikamente. Dr. Bernd mahnt daher, Antibiotika niemals vorzeitig abzusetzen, da überlebende Bakterien am Therapieende resistenter werden könnten.

Ernstzunehmende Bedrohung

Antibiotikaresistenzen führen dazu, dass Behandlungen bei bakteriellen Infektionen komplizierter werden und können zu gefährlichen gesundheitlichen Konsequenzen führen. Besonders im Bereich der Harnweginfektionen und chronischen Wunden ist dies problematisch. Bei unbehandelten Infektionen kann sich eine einfache Blasenentzündung zu einer schwerwiegenderen Erkrankung wie einer Nierenbeckenentzündung oder sogar einer Sepsis entwickeln.

In der Intensivmedizin stellt die Problematik multiresistenter Keime eine unmittelbare Lebensgefahr dar. Univ.Doz. Dr. Kober hebt hervor: „Für schwerkranke Patienten auf der Intensivstation können solche Keime unter Umständen lebensbedrohlich sein.“

Eine Studie der University of Washington unterstreicht die alarmierenden Aussichten: Ohne wirksame Gegenmaßnahmen könnten bis 2050 weltweit mehr als 39 Millionen Todesfälle auf antibiotikaresistente Keime zurückzuführen sein.

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Patienten können aktiv dazu beitragen, das Problem der Antibiotikaresistenz einzudämmen: Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Medikamenten und die strikte Einhaltung der ärztlichen Anweisungen sind essenziell. Gerald Timmel, Geschäftsführer von DocFinder, rät davon ab, auf die Verschreibung von Antibiotika zu pochen, wenn nicht sicher ist, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Vielmehr sollten die Symptome genau beschrieben werden, um die richtige Behandlungsentscheidung zu unterstützen.

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KO KOSMO-Redaktion
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