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Kunstskandal

Österreichs Ekel-Beitrag für Biennale: 600.000 Euro Urin-Schwimmbecken

Österreichs Ekel-Beitrag für Biennale: 600.000 Euro Urin-Schwimmbecken
Foto: iStock, epa/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
3 Min. Lesezeit |

Toiletten als Bühne, Abwasser als Schwimmbecken: Österreichs Beitrag zur Biennale Venedig 2026 sorgt für hitzige Debatten.

Die österreichische Choreografin und Performancekünstlerin Florentina Holzinger rückt mit ihrem Projekt „Seaworld Venice“ in den Mittelpunkt der Diskussion rund um die Kunstbiennale Venedig 2026. Das Konzept, das eine Fachjury aus insgesamt 54 eingereichten Vorschlägen auswählte, sieht vor, auf dem Biennale-Gelände mobile Toilettenanlagen für das Publikum aufzustellen. Der dabei anfallende Inhalt wird in großvolumige Behälter geleitet, die den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern als Schwimmbecken dienen sollen.

Das Vorhaben ist nicht unumstritten: Vom Bund wurden bereits 600.000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt, zusätzlich war Holzinger auf der Suche nach weiteren Sponsoren, um die Gesamtkosten abzudecken. Das zuständige Kulturministerium unter Kulturminister Andreas Babler bemüht sich um Sachlichkeit in der aufgeheizten Debatte. Aus dem Ministerium wird klargestellt, dass die Performerinnen und Performer in aufbereitetem und geklärtem Wasser agieren werden, und man verweist auf die „innovative Kraft“ des Projekts.

Holzingers Werk

Holzinger gilt als eine der prägenden Stimmen der zeitgenössischen Performancekunst im deutschsprachigen Raum. Ihr Werk kreist wiederkehrend um Fragen des menschlichen Körpers sowie um das Verhältnis zwischen Mensch, Umwelt und Technologie. Ausgebildet an der School for New Dance Development in Amsterdam, wurde ihr Diplomsolo Silk bereits 2012 beim Wiener ImPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d’Europe ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit Vincent Riebeek entstand zwischen 2011 und 2015 die Trilogie Kein Applaus für Scheiße, Spirit und Wellness. Ihr Solostück Recovery aus dem Jahr 2015 setzte sich mit einer traumatischen Bühnenerfahrung und der Darstellung weiblicher Körperlichkeit auseinander. In den Jahren danach wandte sich Holzinger verstärkt den Konventionen des klassischen Balletts zu und unterzog diese einer kritischen Betrachtung.

Preise & Auszeichnungen

Mit Apollon (2017) und TANZ (2019) befragte sie überlieferte Traditionen und Geschlechterbilder; TANZ wurde beim Berliner Theatertreffen gezeigt und mit dem Nestroy-Preis für die beste Regie gewürdigt. Im Jahr 2020 folgte Etude for an Emergency, eine als Stunt-Oper angelegte Arbeit, bevor 2021 im Rahmen der Ruhrtriennale A Divine Comedy entstand, das mit dem Faust-Preis ausgezeichnet wurde. Mit Ophelia’s Got Talent errang sie 2022 weitere Auszeichnungen, darunter den Faust-Theater Preis für die beste Tanzperformance.

Im Jahr 2024 gab sie mit SANCTA ihr Debüt im Bereich Oper und übernahm mit MOND erstmals eine Hauptrolle in einem Kinofilm. Bekannt gegeben wurde die Wahl Holzingers als Gestalterin des österreichischen Pavillons bei der 61. Kunstbiennale Venedig 2026 bereits am 9. Jänner 2025 durch den damaligen Kunst- und Kulturminister Werner Kogler.

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KO KOSMO-Redaktion
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