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4,1 Prozent

Österreichs Inflation: Lebensmittel und Co. werden wieder teurer

Österreichs Inflation: Lebensmittel und Co. werden wieder teurer
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4 Min. Lesezeit |

Die Teuerungswelle rollt weiter: Österreichs Inflationsrate klettert auf 4,1 Prozent – doppelt so hoch wie im Euroraum. Gastronomie, Strom und Lebensmittel treiben die Preise.

Die Inflation in Österreich ist im August auf 4,1 Prozent angestiegen, nachdem sie im Juli noch bei 3,6 Prozent lag. „So hoch war die Teuerungsrate zuletzt im März 2024“, bestätigte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk am Mittwoch die bereits in der Schnellschätzung erwarteten Zahlen. Derzeit wirken vor allem die Bereiche Gastronomie, Strom und Nahrungsmittel als maßgebliche Preistreiber.

Die Gastronomie- und Hotelbranche verzeichnete einen Preisanstieg von 6,1 Prozent, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Juli-Wert von 5,8 Prozent darstellt. Bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken belief sich der Anstieg auf 5,2 Prozent. Innerhalb dieser Kategorie verteuerten sich Fleisch um 6,2 Prozent sowie Milchprodukte und Eier um 7,5 Prozent. Besonders drastisch fiel die Preissteigerung bei Kaffee aus, der um 23,8 Prozent teurer wurde.

Den größten Beitrag zur Gesamtinflation lieferte der Sektor Wohnen, Wasser und Energie mit einem Plus von 6,1 Prozent. Besonders die Strompreise schlugen hier zu Buche – sie stiegen im Jahresvergleich um 37,2 Prozent, was unter anderem auf den Wegfall der Strompreisbremse sowie höhere Netzentgelte und Elektrizitätsabgaben seit Jahresbeginn zurückzuführen ist. Die Strompreisbremse war bis Ende 2024 in Kraft und entlastete österreichische Haushalte bei den Stromkosten.

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Mit deren Auslaufen zu Jahresbeginn 2025 fielen gleichzeitig auch die Erhöhungen der Netzentgelte und Elektrizitätsabgaben zusammen, was maßgeblich zum drastischen Preisanstieg bei Strom beitrug. Auch die Mieten zogen um 4,4 Prozent an, während Heizöl, feste Brennstoffe und Gas eine leicht preisdämpfende Wirkung entfalteten.

Eurozone-Vergleich

„In vielen Bereichen verstärkte sich der Preisauftrieb“, erklärte Lenk und wies darauf hin, dass die österreichische Teuerungsrate nun etwa doppelt so hoch liege wie im Durchschnitt der Eurozone. Ohne die drei Haupttreiber der Inflation hätte die Rate lediglich 2,2 Prozent betragen. Im Monatsvergleich zum Juli stieg das allgemeine Preisniveau um 0,2 Prozent.

Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, erreichte im August 3,8 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der EU-weite Vergleiche ermöglicht, lag ebenfalls bei 4,1 Prozent. Im Alltag blieb die Teuerung deutlich spürbar: Der Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf abbildet, verteuerte sich um 4,7 Prozent, während der Miniwarenkorb für den wöchentlichen Einkauf um 3,4 Prozent anstieg.

Im Euroraum blieb die Inflation dagegen stabil bei 2,0 Prozent und entsprach damit exakt dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese Rate fiel etwas niedriger aus als zunächst angenommen, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Die ursprüngliche Schätzung von Anfang September, die einen Anstieg auf 2,1 Prozent prognostizierte, wurde leicht nach unten korrigiert. In der gesamten EU betrug die Inflationsrate im August 2,4 Prozent.

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Die deutliche Differenz zwischen Österreich und dem Euroraum-Durchschnitt ist primär auf die stärkeren Preissteigerungen bei Gastronomie, Strom und Lebensmitteln in Österreich zurückzuführen.

Lohnverhandlungen

Die EZB strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von zwei Prozent an, da sie dieses Niveau als optimal für die wirtschaftliche Entwicklung in der Währungsgemeinschaft betrachtet.

Für Österreich belief sich die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate – von September 2024 bis August 2025 – auf 2,8 Prozent. Diese Jahresteuerung spielt eine zentrale Rolle in den bevorstehenden Herbstlohnverhandlungen. Die Gewerkschaften haben bisher klargestellt, dass sie keinen Abschluss unterhalb der rollierenden Teuerungsrate akzeptieren werden.

Besondere Bedeutung hat die aktuelle Inflationsrate für den Handel. Im Vorjahr wurde für die Handelsangestellten ein zweijähriger Lohnabschluss vereinbart: 3,3 Prozent mehr Gehalt für 2025 und für 2026 ein Zuwachs von 0,5 Prozent über der rollierenden Inflation. Allerdings sinkt diese Erhöhung mit steigender Teuerung und ist bei 2,9 Prozent gedeckelt. Falls die Jahresinflation drei Prozent übersteigt, haben die Sozialpartner eine zusätzliche Verhandlungsrunde für dieses Jahr vereinbart.

Die Regierung hat den Kampf gegen die Teuerung zu einer ihrer Prioritäten erklärt.

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KO KOSMO-Redaktion
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