Ein Dienstkombi, Möbel und eine Ferienhütte auf Pelješac: An der Grenze zwischen BiH und Kroatien läuft jetzt ein brisantes Verfahren.
An der Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien hat sich ein Vorfall ereignet, der die Ermittlungsbehörden beider Länder beschäftigt. Wie kroatische Medien berichten, wurde im Raum Metković ein offizieller Dienstkombi der bosnisch-herzegowinischen Grenzpolizei einer Kontrolle unterzogen. An Bord befanden sich demnach Möbelstücke sowie technische Geräte, für die kein dienstlicher Transportgrund erkennbar war.
Der Kombi soll über den Grenzübergang Umka nach Kroatien gelangt sein. Die kroatischen Behörden stellten dabei fest, dass der Transport nicht den vorgeschriebenen Anforderungen entsprach. Auch die Grenzpolizei Bosnien-Herzegowinas wurde offiziell über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt.
Privater Möbeltransport
Besonderes Gewicht erhält der Fall durch inoffizielle Angaben, wonach die transportierten Gegenstände einem hochrangigen Beamten der bosnisch-herzegowinischen Grenzpolizei zuzuordnen sein sollen. Bestimmungsort sei offenbar eine private Wochenendhütte auf der Halbinsel Pelješac gewesen. Damit steht neben dem Verdacht eines unzulässigen Warentransports auch die Frage im Raum, ob ein staatliches Dienstfahrzeug für rein private Zwecke zweckentfremdet wurde.
Kroatische Konsequenzen
Laut Medienberichten soll der Vorfall auch innerhalb des kroatischen Innenministeriums Konsequenzen nach sich gezogen haben. Mehrere kroatische Polizeibeamte sollen suspendiert worden sein, weil sie den Dienstkombi offenbar ohne ordnungsgemäße Kontrolle passieren ließen. Offiziell bestätigt sind viele dieser Details bislang nicht.
Die zuständigen Behörden haben sich bisher nicht umfassend zu dem Fall geäußert. Fest steht lediglich, dass Ermittlungen laufen und erst deren Abschluss Klarheit darüber bringen wird, wer letztlich Verantwortung zu tragen hat.