Unter der Wasseroberfläche der Donauinsel schlummerten gefährliche Relikte. Taucher entdeckten Kriegswaffen, die ein Großaufgebot an Einsatzkräften mobilisierten.
Hobbytaucher stießen am Donnerstagabend bei einem Tauchgang an der Wiener Donauinsel in Wien-Floridsdorf auf Kriegsrelikte und verständigten sofort die Polizei. Die Einsatzkräfte rückten gemeinsam mit einem Entminungsdienst des Bundesheeres an und sperrten den betroffenen Bereich umgehend ab. Wie aus einer Mitteilung der Wiener Polizei hervorgeht, musste die Bergung der Objekte aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und der schlechten Sichtverhältnisse auf den nächsten Tag verschoben werden.
Am Freitagvormittag gelang es den Spezialisten des Entminungsdienstes schließlich, eine Sprenggranate sowie eine Panzerfaust sicher vom Grund des Gewässers zu bergen.
📍 Ort des Geschehens
Verhaltensregeln bei Funden
Die Wiener Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie bei derartigen Funden zu verfahren ist: Wer auf Kriegsmaterial oder sprengstoffverdächtige Gegenstände stößt, sollte sich den Fundort einprägen und sich anschließend in sichere Entfernung begeben. Umgehend ist der Notruf unter 133 oder 112 zu wählen.
Keinesfalls dürfen die verdächtigen Objekte berührt oder bewegt werden.
Regelmäßige Funde in Wiener Gewässern
Dieser Fund reiht sich in eine Serie ähnlicher Entdeckungen ein. Allein im Jahr 2023 wurden in Wien laut Bundesheer mehr als 60 Kriegsrelikte aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen, darunter Granaten und verschiedene Munitionsarten. Die Donau und insbesondere der Bereich der Donauinsel gelten als Hotspots für solche Funde, da diese Region während des Krieges stark umkämpft war und viele Kampfmittel im Wasser entsorgt wurden.
⇢ Verkehrschaos in Wien: Ring stundenlang gesperrt
Der Entminungsdienst des Bundesheeres steht vor einer kontinuierlichen Herausforderung: Jährlich müssen österreichweit etwa 40 Tonnen Kriegsmaterial geborgen werden, wobei ein erheblicher Teil davon aus urbanen Gewässern wie der Donau stammt. Experten gehen davon aus, dass noch über Jahrzehnte hinweg mit weiteren Funden zu rechnen ist.