Start NEWS PANORAMA Pseudo-Autismus: Aus diesem Grund hat das Handy bei Kindern nichts verloren
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Pseudo-Autismus: Aus diesem Grund hat das Handy bei Kindern nichts verloren

(FOTO: iStockphoto)

Ärzte warnen davor, Kinder früh stundenlang und ohne elterliche Kontrolle mit Smartphones und Tablets spielen zu lassen. Schwerwiegende Störungen können die Folge sein.

Insofern die Jüngsten bereits in jungen Jahren viel zu lange vor dem Handybildschirm oder Ähnlichem verbringen, so können sie Sprachentwicklungsstörungen und Verhaltensstörungen sowie „Pseudo-Autismus“ entwickeln.

„Virtueller Autismus“
Unter „Pseudo-Autismus“ versteht man Störungen der sozialen Interaktion mit anderen Menschen, die Symptomen einer echten Autismus-Störung gleichen. Dieser „virtuelle Autismus“ wird durch äußere Faktoren bzw. Stimulation ausgelöst. Eine Autismus-Spektrum-Störung wird im Gegensatz dazu hauptsächlich durch erbliche Faktoren hervorgerufen.

Laut einer Studie des Cincinnati Children’s Hospitals ist die Menge an weißer Substanz im Gehirn bei Kleinkindern, die mehr als zwei Stunden täglich vor einem Bildschirm verbringen geringer als bei jenen, die dies nicht tun. Die weiße Substanz hat große Auswirkung auf Intelligenz, Denkvermögen und unter anderem das Sprachvermögen.

Handy statt Bezugsperson
„Kinder, die sich schon vor einem Alter von zwei Jahren täglich bis zu drei Stunden mit einem Medium mit Bildschirm statt mit Bezugspersonen beschäftigen, fehlt es an Anregung. Denn Bezugspersonen reagieren emotional auf die Gesten und Äußerungen der Kinder, benennen Dinge, mit denen Kinder umgeben sind.

Ein Mangel an Austausch mit Eltern und anderen kann sich in einer verzögerten Sprachentwicklung auswirken. Es besteht die Gefahr, dass Kinder kaum soziale Fähigkeiten entwickeln – ähnlich wie autistische Kinder“, zitiert die „Kleine Zeitung“ Nicole Grois, Kinder- und Jugendärztin, Mitglied der Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde (ÖGKJ).

Bildschirme sind keine Babysitter
„Für Kinder unter zwei Jahren haben Fernsehprogramme oder andere über Bildschirmmedien vermittelte Inhalte keinen Lerneffekt – im Gegenteil. Diese Altersgruppe hat nicht die Möglichkeit, zwischen realem Leben und fiktiver Bildschirmwelt zu unterscheiden.

Der Mangel Interaktion mit anderen Menschen geht noch dazu einher mit einem Mangel an körperlicher Aktivität und kann sich in dieser Phase besonders negativ auswirken. Obwohl Experten empfehlen, Kinder in der frühen Entwicklungsphase ganz von den Medien fernzuhalten, nutzen manche junge Eltern die Medien als „Babysitter“, um ihre Kinder zu beschäftigen, vor allem wenn sie selbst im Alltag stark belastet sind“, erklärt Grois weiter