Russland sperrt Kerosin-Exporte – und auf hoher See stoppt Frankreich erneut einen Tanker der Schattenflotte.
Russland hat ein Exportverbot für Kerosin erlassen, das bis zum 30. November 2026 in Kraft bleiben soll. Die Regierung in Moskau begründet die Maßnahme mit dem Ziel, die Versorgungslage auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu stabilisieren. Bis mindestens Ende November des kommenden Jahres darf der Treibstoff das Land demnach nicht verlassen.
Tanker aufgebracht
Unterdessen hat die französische Marine im Atlantik erneut einen Öltanker russischer Herkunft aufgebracht. Das Schiff mit dem Namen „Tagor“ wurde nach französischen Angaben am Sonntagfrüh in internationalen Gewässern gestoppt – unter Beteiligung Großbritanniens sowie weiterer Partner. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kommentierte den Vorfall am Montag auf X: „Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, das Seerecht verletzen und den Krieg finanzieren, den Russland seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt.“
Es handelte sich bereits um die vierte derartige Festsetzung durch Frankreich im Rahmen der Bemühungen gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Hinter diesem Begriff verbergen sich nach westlicher Einschätzung oft veraltete Schiffe, die unter fremder Flagge fahren und Russland dabei helfen sollen, die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Sanktionen gegen seine Ölexporte zu umgehen. Frankreich schätzt die Größe dieser Flotte auf 800 bis 1.000 Schiffe.
Frühere Festsetzungen
Zuletzt hatte Frankreich im März einen Tanker aus dieser Flotte festgesetzt. Das betreffende Schiff, die „Deyna“, war im Mittelmeer aufgebracht worden und hatte seine Fahrt im April nach Zahlung einer Geldsumme fortsetzen können.
Die französische Regierung hatte damals angekündigt, die Strafen für das Fahren unter falscher Flagge zu verdoppeln.