Nach dem Studienversagen droht der Fronteinsatz: Russland lockt durchgefallene Studenten mit fragwürdigen Versprechen in den Ukraine-Krieg – mit nur drei Tagen Bedenkzeit.
Russland greift offenbar auf neue Methoden zurück, um Soldaten für den Krieg gegen die Ukraine zu rekrutieren. Zum Ende des Wintersemesters erhielten Studierende mit negativen Prüfungsergebnissen Schreiben vom russischen Verteidigungsministerium, in denen ihnen eine militärische Laufbahn als Alternative zum gescheiterten Studium angeboten wird.
Die Medienplattform „T-invariant“ berichtet, dass den betroffenen Studierenden lediglich drei Tage Bedenkzeit eingeräumt werden. Der Plattform liegen mehrere solcher Briefe von Studierenden verschiedener Universitäten vor. Darin wird den akademisch gescheiterten jungen Menschen ein einjähriger „freiwilliger“ Kriegseinsatz in Aussicht gestellt, nach dessen Abschluss sie angeblich ihr Studium fortsetzen könnten.
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Flucht ins Ausland
Wie „T-invariant“ weiter berichtet, hat mindestens ein Student aufgrund dieser Entwicklung bereits das Land verlassen. Menschenrechtsaktivisten befürchten, dass diese Praxis bald flächendeckend auf alle Studierenden mit negativen Prüfungsergebnissen ausgeweitet werden könnte.
Juristische Zweifel
Auf Einberufungsrecht spezialisierte russische Juristen bezweifeln jedoch die Ernsthaftigkeit dieser Zusagen. Sie bewerten die Aktion als reine Propaganda des Kreml. Die Experten weisen darauf hin, dass viele der Rekrutierten den Kriegseinsatz vermutlich nicht überleben würden.
Selbst für Überlebende sei eine Rückkehr ins Zivilleben ungewiss, da die von Präsident Putin verhängte Teilmobilmachung nach wie vor in Kraft sei.