Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tennisthrill

Tennis-Wahnsinn um 1:31 Uhr – Djokovic bricht Sinners Siegesserie

Tennis-Wahnsinn um 1:31 Uhr – Djokovic bricht Sinners Siegesserie
Foto: epa/JAMES ROSS
3 Min. Lesezeit |

Nach fünf Niederlagen in Serie dreht Djokovic den Spieß um: In einem nächtlichen Tennis-Marathon bezwingt der 38-Jährige seinen Angstgegner Sinner und greift nach Rekord-Titel.

Der Serbe machte kurz vor halb zwei Uhr nachts in Melbourne seinen dritten Matchball perfekt. Nach mehr als vier Stunden zermürbenden Kampfes setzte sich Djokovic um 1:31 Uhr Ortszeit durch – auch weil sein Kontrahent Sinner zu viele Breakmöglichkeiten ungenutzt ließ. In einem packenden Fünfsatz-Krimi bezwang der 38-jährige Routinier seinen 14 Jahre jüngeren Herausforderer nach 4:08 Stunden mit 3:6, 6:3, 4:6, 6:4 und 6:4, wobei er zweimal einen Satzrückstand wettmachen musste. Mit diesem Kraftakt stürzte der Grand-Slam-Rekordchampion den Titelverteidiger der Australian Open vom Thron.

„Mir fehlen die Worte. Es fühlt sich unwirklich an. Er hat die letzten fünf Matches gegen mich gewonnen. Ich habe den allergrößten Respekt vor ihm, er hat mich an mein Limit gebracht„, rang der sichtlich erschöpfte Djokovic in der Rod Laver Arena nach Luft, während die Fans ihn mit rhythmischen Sprechchören feierten. Für den Serben winkt nun die Chance auf seinen 25. Major-Triumph, wobei er das Turnier in Australien bereits zehnmal für sich entscheiden konnte. In den vergangenen beiden Jahren war für ihn jeweils im Halbfinale Endstation.

Mit seinem Finaleinzug schreibt Djokovic bereits Geschichte als ältester Endspielteilnehmer der Open Era in Melbourne und könnte seinen elften Titel Down Under einfahren. Nur ein Sieg trennt ihn noch davon, nach langem Warten seinen 25. Grand-Slam-Erfolg zu feiern und sich damit auch über Geschlechtergrenzen hinweg zum alleinigen Rekordhalter zu krönen. Für Sinner platzte dagegen der Traum vom dritten Finaleinzug in Folge in Melbourne und der Chance auf seinen fünften Major-Titel.

⇢ Tennis-Star Djokovic platzt der Kragen bei der Pressekonferenz (VIDEO)

Djokovics Comeback-Qualitäten

Der Belgrader hatte die letzten fünf Aufeinandertreffen mit Sinner allesamt verloren – drei davon in Grand-Slam-Halbfinals – und dabei lediglich zwei Sätze für sich verbuchen können. Nach einem dominanten Auftakt des Südtirolers, der die Weltrangliste auf Position zwei anführt, demonstrierte Djokovic jedoch eindrucksvoll, dass sein Hunger auf weitere große Titel ungebrochen ist. Im zweiten Durchgang brachte er das Publikum auf seine Seite und begegnete dem Italiener auf Augenhöhe.

Auch im vierten Satz gelang dem Serben ein entscheidendes Break. Der 38-Jährige, der während des Turniers viel Energie sparen konnte, agierte phasenweise so dynamisch wie in seinen besten Jahren. „Der ist fit wie ein Turnschuh“, kommentierte sein ehemaliger Coach Boris Becker anerkennend bei Eurosport. Im Entscheidungssatz erarbeitete sich Sinner mehrere Breakchancen, doch Djokovic bewies in den kritischen Momenten eiserne Nerven.

⇢ Übelkeit, Krämpfe, Triumph: Alcaraz‘ 5-Stunden-Drama in Melbourne

Alcaraz wartet

Im Endspiel wartet nun Carlos Alcaraz aus Spanien. Der Weltranglistenerste setzte sich gegen den Deutschen Alexander Zverev in einem wahren Marathon-Match über 5:27 Stunden mit 6:4, 7:6 (5), 6:7 (3), 6:7 (4) und 7:5 durch. Gegen Alcaraz führt Djokovic in der direkten Bilanz mit 5:4, allerdings behielt der Spanier beim jüngsten Duell im Halbfinale der US Open die Oberhand.

Alcaraz hatte sich zuvor im ersten Halbfinale von Melbourne gegen den Weltranglistendritten Zverev ebenfalls in einem dramatischen Fünfsatz-Thriller durchgesetzt.

Das große Finale steigt am Sonntag.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen