Im Kampf um die Addiko Bank verdichten sich die Signale – und ein entscheidender Akteur hat nun klar Stellung bezogen.
Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat einen entscheidenden Schritt in ihrem Übernahmeversuch der Addiko Bank gesetzt: Bis zum Vormittag des 3. Juni lagen der österreichischen Bankengruppe Annahmeerklärungen für insgesamt 6.775.823 Aktien vor – das entspricht 34,75 Prozent des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals der Addiko Bank. Dies geht aus einer offiziellen Mitteilung der RBI hervor.
Unter den eingereichten Aktien befindet sich auch das Paket der Alta Grupa des serbischen Unternehmers Davor Macura. Die 1.878.167 Aktien, die Alta hält, entsprechen 9,63 Prozent des Gesamtkapitals. Damit hat Alta nun auch formal ihre Unterstützung für das RBI-Angebot bekräftigt – nachdem das Unternehmen in den vergangenen Tagen bereits mehrfach öffentlich erklärt hatte, hinter der österreichischen Bank zu stehen, und zwar trotz des konkurrierenden Angebots der slowenischen Nova Ljubljanska banka (NLB).
Bietergefecht um Addiko
Denn um Addiko wird derzeit hart gekämpft: Sowohl RBI als auch NLB benötigen für eine erfolgreiche Übernahme eine Mehrheit von mehr als 75 Prozent der Aktien. Mit dem aktuellen Stand der Annahmen rückt dieses Ziel für die NLB in weite Ferne – die erforderliche Schwelle wäre für die Slowenen rechnerisch nicht mehr erreichbar.
Dabei hatte die NLB erst vor wenigen Tagen ihr Angebot von 29 auf 33,50 Euro je Aktie angehoben, womit der potenzielle Transaktionswert auf über 653 Millionen Euro gestiegen ist. Die RBI bietet derzeit 26,50 Euro pro Aktie, setzt jedoch auf die Loyalität einer Reihe bestehender Aktionäre – allen voran die Alta Grupa. Das RBI-Angebot läuft noch bis zum 22. Juli; bis dahin muss sich zeigen, ob genügend Aktionäre mitziehen, um der österreichischen Bank die Kontrolle über Addiko zu sichern.
Bosnische Institute betroffen
Der Ausgang dieses Bietergefechts wird auch in Bosnien-Herzegowina mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nach bisher bekannten Plänen soll die Alta Grupa im Falle einer erfolgreichen RBI-Übernahme die Addiko Bank Sarajevo, die Addiko Bank Banja Luka sowie die Töchter in Serbien und Montenegro übernehmen.
Die RBI würde ihrerseits die Einheiten in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten.
Jede neue Entwicklung im Übernahmeprozess hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die künftigen Eigentumsverhältnisse der beiden bosnisch-herzegowinischen Addiko-Institute.