Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
WM 2026

Ronaldos Abschied: Tränen, Latte und ein bitteres Ende

Ronaldos Abschied: Tränen, Latte und ein bitteres Ende
FOTO: EPA
4 Min. Lesezeit |

Spanien steht im Viertelfinale der WM 2026. Der amtierende Europameister bezwang Portugal in einem packenden Achtelfinale vor 70.649 Zuschauern in Dallas mit 1:0 – und das erst in der Nachspielzeit. Matchwinner war Mikel Merino, der kurz nach seiner Einwechslung für die Entscheidung sorgte.

Von Beginn an entwickelte sich eine offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Den ersten Abschluss des Abends verzeichnete Mikel Oyarzabal bereits in der dritten Minute. Der Sociedad-Angreifer hatte wenig später die große Gelegenheit zur Führung: Nach einem präzisen Steilpass von Dani Olmo stand er allein vor Diogo Costa, setzte den Ball aber am Tor vorbei.

Auf der Gegenseite prüften Joao Cancelo in der siebten und Cristiano Ronaldo in der zwölften Minute Spaniens Keeper Unai Simon. Die Spanier, die in der Runde der 32 Österreich mit 3:0 aus dem Turnier geworfen hatten, agierten etwas aktiver und kreierten mehr Torgelegenheiten. Kurz vor dem Pausenpfiff hatten sie allerdings Glück, als ein portugiesischer Schuss die Latte traf.

Für Simon war es dennoch ein weiteres weißes Blatt: Der Schlussmann verlängerte seine WM-Rekordserie auf beeindruckende 609 Minuten ohne Gegentor. Sein Team blieb damit im 36. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Nach einer Flanke köpfte Felix auf die Schulter von Simon, den Abpraller brachte Ronaldo artistisch aufs Tor – doch der spanische Keeper war zur Stelle.

Kurz darauf klopfte Portugal erneut an: Nach einem kurz abgespielten Corner zog Nuno Mendes aus dem Rückraum ab, Pedro Porro lenkte den Ball per Kopf an die Latte.

Merinos Joker-Stich

Nach der Pause blieben zunächst beide Trainer bei ihren Aufstellungen. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff musste Portugal jedoch zwangsweise reagieren: Mendes, der auf der linken Seite eine starke Partie gegen Yamal gezeigt hatte, verließ das Feld verletzt. Für den PSG-Verteidiger kam Nelson Semedo.

Die Partie verlagerte sich nun ins Mittelfeld, Torchancen wurden zur Rarität. Bis zur zweiten Trinkpause blieb Spanien zwar das aktivere Team, doch mehr als ein abgefälschter Schuss von Pedri über das Tor und ein harmloser Versuch von Baena sprangen dabei nicht heraus. Nach der Pause brachte Roberto Martinez mit Diogo Dalot und Rafael Leao frische Kräfte, bei Spanien ersetzte Ferran Torres kurz darauf Baena.

Mit fortschreitender Spielzeit wurde klar: Jeder Fehler könnte das Aus bedeuten. Beide Trainer griffen noch einmal zu Doppelwechseln – bei Portugal kamen Francisco Conceicao und Bernardo Silva, bei Spanien verließen überraschend die aktiven Pedri und Olmo das Feld, für sie rückten Fabian Ruiz und Mikel Merino ein. Als bereits alle mit Verlängerung rechneten, schlugen die Spanier zu: Nach einer Passstafette über einen kurz abgespielten Freistoß fand Torres die Lücke und legte mustergültig auf Merino ab. Der Arsenal-Legionär ließ sich diese Chance nicht nehmen und traf im kurzen Eck zum 1:0.

Während die Spanier ausgelassen feierten, stand Ronaldo sichtlich konsterniert auf dem Rasen. Portugal kam in den sechs Minuten Nachspielzeit tatsächlich zweimal haarscharf an den Ausgleich heran: Nach einer Freistoßflanke köpfte Bernardo Silva knapp über die Latte, in der 99. Minute schrammte ein weiterer Kopfball von Joao Neves am langen Pfosten vorbei.

Ronaldos letztes WM-Spiel

Mit dem Schlusspfiff endete auch die WM-Ära von Cristiano Ronaldo. Der 41-Jährige hatte im Vorfeld erklärt, dass dieses Turnier seine letzte Weltmeisterschaft sein werde. Ob er seine Karriere in der Nationalmannschaft dennoch fortsetzt, ist derzeit offen.

Gegen Spanien blieb der Superstar weitgehend blass und kam kaum über Halbchancen hinaus. Seine Bilanz im Nationaltrikot: 146 Tore in 233 Länderspielen.

Luis de la Fuente (Spanien-Teamchef): „Es war ein Spiel zweier sehr starker Teams. Wir haben alles gegeben und sind glücklich, dass wir so weit gekommen sind. Die wichtigen Spieler sind diejenigen, die von der Bank kommen. Zu Merino habe ich gesagt, dass wir spielen sollten wie immer. Der Beitrag der Spieler von der Bank war meisterhaft, aber das ist das, was wir haben, weil wir 26 Spieler auf hohem Niveau haben.“

Roberto Martinez (Portugal-Teamchef): „Es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir hätten zumindest die Verlängerung verdient gehabt, aber so ist nun einmal der Fußball. Ich bin dennoch stolz auf die Leistung meiner Truppe.“

FIFA WM 2026, Achtelfinale
Montag:
Dallas, 70.649, SR Taylor (ENG)
Tor: Merino (91.)
Portugal: D. Costa – Joao Cancelo (71./Dalot), R. Dias, Veiga, N. Mendes (56./Semedo) – J. Neves, Vitinha (83./Silva) – Neto (83./Conceicao), B. Fernandes, Joao Felix (71./Leao) – Ronaldo
Spanien: Simon – Porro, Cubarsi, Laporte, Cucurella – Rodri, Olmo (85./Merino), Pedri (85./Ruiz) – Yamal, Oyarzabal (97./Iglesias), Baena (75./Torres)
Gelbe Karten: Silva, Veiga bzw. Torres

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen