Die Vorwürfe gegen Jeffrey Epstein verdichten sich: Sein Netzwerk könnte Teil einer russischen Geheimdienstoperation gewesen sein. Laut Informationen der britischen „Daily Mail“ soll der verstorbene Multimillionär im Auftrag Moskaus belastendes Material über einflussreiche Persönlichkeiten gesammelt haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Quellen aus Geheimdienstkreisen.
Das mutmaßliche Vorgehen folgte dem klassischen Muster einer sogenannten „Honigfalle“ – einer nachrichtendienstlichen Methode, bei der Zielpersonen durch sexuelle oder romantische Annäherung in kompromittierende Situationen gebracht werden, um sie später erpressen zu können. Epstein soll gezielt junge Frauen aus Russland in die USA gebracht haben, um hochrangige Politiker, Wirtschaftsgrößen und Adelige in solche Situationen zu locken. Das dabei entstandene Bild- und Videomaterial sei anschließend an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB weitergeleitet worden.
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Kreml-Verbindungen
In den kürzlich veröffentlichten Epstein-Dokumenten finden sich zahlreiche Russland-Bezüge: Der Name des russischen Präsidenten Wladimir Putin erscheint über tausendmal, Moskau wird sogar mehr als 9600-mal erwähnt. Aus E-Mail-Korrespondenzen geht hervor, dass Epstein auch nach seiner Verurteilung im Jahr 2008 mit angeblich direkten Kontakten zum Kreml prahlte. In einer Nachricht aus dem Jahr 2010 bot er beispielsweise an, „einen Freund von Putin“ bei Visaangelegenheiten einzuschalten.
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In weiteren internen Mitteilungen erwähnte Epstein offenbar geplante Treffen mit dem russischen Präsidenten, darunter einen Termin im September 2011. Ob diese Begegnungen tatsächlich stattfanden, bleibt jedoch ungeklärt.
Geheimdiensttheorien
Spekulationen über mögliche Verbindungen Epsteins zum russischen Geheimdienst kursieren bereits seit längerer Zeit. Der US-Journalist Craig Unger thematisierte diese Verbindung in seinem 2021 erschienenen Buch „Amerikanisches Kompromat“. Darin beschreibt er, wie Epstein angeblich russische Zuhälter einsetzte, um junge Frauen zu rekrutieren. Unger vermutet zudem, dass der FSB Videoaufnahmen mit prominenten Besuchern von Epsteins Anwesen als Erpressungsmaterial nutzen könnte.
Das US-Justizministerium hat mittlerweile mehrere Millionen Seiten an Dokumenten zu Epsteins kriminellen Aktivitäten veröffentlicht.
Dabei ist zu beachten, dass die bloße Erwähnung oder Abbildung von Personen in diesen Akten nicht automatisch bedeutet, dass ihnen Fehlverhalten zur Last gelegt wird.