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Energiesicherheit

Sabotage-Angst nach Blackouts: Wie verwundbar ist unser Stromnetz?

Sabotage-Angst nach Blackouts: Wie verwundbar ist unser Stromnetz?
(istockphoto: Strom)
3 Min. Lesezeit |

Während Blackouts in Spanien und Sabotageakte in Berlin für Schlagzeilen sorgen, rückt die Sicherheit der Stromversorgung auch im Burgenland in den Fokus.

Nach massiven Stromausfällen in Spanien und Portugal Ende April 2025 sowie einem folgenschweren Brandanschlag in Berlin zu Jahresbeginn rückt die Sicherheit der Energieversorgung verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Während in Südeuropa die Ursachen für den weitreichenden Blackout noch untersucht werden, führte der gezielte Sabotageakt in der deutschen Hauptstadt bei eisigen Temperaturen zu einem tagelangen Ausfall, der rund 100.000 Menschen betraf. Insgesamt waren etwa 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe von der Unterbrechung der Stromversorgung betroffen.

Diese gravierenden Vorfälle haben auch im Burgenland eine Debatte über die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur ausgelöst. Viele Verbraucher fragen sich nun: Wie krisenfest ist das heimische Stromnetz und welche Vorkehrungen existieren für den Ernstfall?

Die Burgenland Energie gibt auf Nachfrage des KURIER Entwarnung. Ein Unternehmenssprecher betont: „Das burgenländische Stromnetz gilt zurecht als eines der sichersten weltweit. Die durchschnittlichen Stromausfallzeiten des Burgenlands sind mit die niedrigsten in Österreich und Europa.“ Dennoch räumt er ein, dass bei einem Netz mit rund 10.000 Kilometern Gesamtlänge absolute Sicherheit nicht garantierbar sei. Stephan Sarma, Vorstandsvorsitzender der Burgenland Energie, ergänzt: „Um einen großflächigen Stromausfall auszulösen, bedarf es enormer krimineller Energie. Ein Brand an einer beliebigen Stelle des Netzes reicht bei uns in der Regel dafür nicht aus.“

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Redundante Netzplanung

Die hohe Versorgungssicherheit basiert maßgeblich auf dem sogenannten „n-1-Prinzip“, das österreichweit bei der Netzplanung angewendet wird. Dieses Konzept gewährleistet, dass beim Ausfall einzelner Komponenten – sei es durch technische Defekte, Unwetter oder Sabotage – alternative Netzbestandteile automatisch die Versorgung übernehmen. „Schon bei der Planung der Netze wird darauf geachtet, dass möglichst jeder Verbraucher über mehrere Seiten versorgt werden kann“, erläutert Sarma. Auch Erkenntnisse aus extremen Wetterereignissen wie jenen des Sommers 2024 werden in die Netzplanung integriert.

In Österreich ist der Schutz der Stromnetze klar strukturiert: Während die Austrian Power Grid (APG) für das überregionale Übertragungsnetz zuständig ist, sichern regionale Anbieter wie Netz Burgenland ihre jeweiligen Anlagen. Besonders geschützt sind das Hochspannungsnetz sowie die 22 Umspannwerke im Burgenland. Diese kritischen Infrastrukturen stehen unter permanenter Überwachung. Zutrittsbeschränkungen, Alarmsysteme, Videoüberwachung und regelmäßige Sicherheitskontrollen sollen unerlaubten Zugriff verhindern. Die Hürden für weitreichende Sabotageakte sind entsprechend hoch.

Die Burgenland Energie kooperiert zudem intensiv mit Behörden und dem Bundesheer. Im Rahmen des europäischen Programms zum Schutz kritischer Infrastruktur (APCIP) und auf Basis des österreichischen Gesetzes zur Resilienz kritischer Einrichtungen (RKEG) werden Sicherheitskonzepte kontinuierlich aktualisiert und potenzielle Bedrohungsszenarien simuliert. Im vergangenen Jahr fand eine zweitägige Krisenübung statt, bei der ein großflächiger Stromausfall simuliert wurde – unter Beteiligung aller relevanten Organisationen im Burgenland.

Millionen-Investitionen

Finanzielle Investitionen bilden einen wesentlichen Pfeiler der Versorgungssicherheit. Laut Angaben der Burgenland Energie wurden zwischen 2021 und 2025 rund 380 Millionen Euro in die Stromnetzinfrastruktur investiert. Ein Drittel dieser Summe floss in die Instandhaltung bestehender Anlagen, zwei Drittel in den Ausbau. Das erklärte Ziel ist die langfristige Sicherung und Verbesserung der Versorgungszuverlässigkeit.

CEO Sarma appelliert gleichzeitig an die Politik. Angesichts neuer Bedrohungsszenarien greife die aktuelle Debatte über steigende Netzkosten zu kurz. Eine zuverlässige Stromversorgung erfordere Investitionen in eigene Netze und Erzeugungskapazitäten – was zwangsläufig mit Kosten verbunden sei. Diese müssten fair über Generationen verteilt werden. Investitionen aus Kostengründen zu kürzen, sei kurzsichtig und gefährlich.

„Denn mit der Sicherheit der burgenländischen und österreichischen Netze und Versorgung darf man nicht spielen“, warnt Sarma abschließend.

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KO KOSMO-Redaktion
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