Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Politik

Saudi-Kronprinz drängt Trump zur Fortsetzung des Krieges

Saudi-Kronprinz drängt Trump zur Fortsetzung des Krieges
FOTO: EPA/NATHAN HOWARD
3 Min. Lesezeit |

Hinter den Kulissen wächst der Druck auf Trump – und er kommt aus einer überraschenden Richtung.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman setzt US-Präsident Donald Trump unter erheblichen Druck, den militärischen Kurs gegenüber dem Iran nicht zu lockern. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, habe MBS dem amerikanischen Präsidenten in mehreren Gesprächen der vergangenen Woche unmissverständlich klargemacht, dass er auf die Zerschlagung der iranischen Hardliner-Regierung hinarbeiten müsse. Der faktische Machthaber Saudi-Arabiens betrachte die laufende US-israelische Militärkampagne als eine „historische Chance“ zur Neuordnung des Nahen Ostens. Die Militäroperation hatte am 28. Februar 2026 mit überraschenden Luftangriffen der USA und Israels auf mehrere Stätten und Städte im Iran begonnen.

Das iranische Regime stelle eine fundamentale Bedrohung für die Golfregion dar, die sich nach seiner Einschätzung nur durch einen Sturz der Teheraner Führung dauerhaft beseitigen lasse.

Riads Kalkül

Der Hintergrund dieser Haltung ist handfest: Riad fürchtet, dass sich die Angriffe auf saudische Ölanlagen intensivieren werden, solange das Mullah-Regime nicht endgültig geschwächt ist. Der Großteil der saudischen, emiratischen und kuwaitischen Ölexporte muss die Straße von Hormus passieren, um die Weltmärkte zu erreichen – eine Meerenge, die derzeit von den iranischen Revolutionsgarden blockiert wird.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehen inzwischen deutlich schärfer gegen iranische Interessen vor, schließen iranische Einrichtungen auf ihrem Staatsgebiet und diskutieren intern über einen möglichen Militäreinsatz. Gemeinsam mit Riad drängt Abu Dhabi die amerikanische Seite, keinem Waffenstillstand zuzustimmen, der wesentliche Teile der iranischen Militärkapazitäten unangetastet ließe.

Trump, der zuvor mit scharfen Drohungen gegenüber dem iranischen Regime eskaliert hatte, vollzog am Montag eine überraschende Kehrtwende und ließ ein rasches Kriegsende anklingen. Ein solches Szenario würde dem Iran jedoch die Kontrolle über die Straße von Hormus belassen. MBS ist entschlossen, die strategische Abschreckung in der Region wiederherzustellen.

Drohende Eskalation

Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider berichtet, stehe Saudi-Arabien kurz davor, sich aktiv an den Angriffen zu beteiligen. Es sei demnach nur eine Frage der Zeit, bis das Königreich in irgendeiner Form in den Konflikt eintrete.

Laut einem weiteren Bericht des „Wall Street Journal“ erklären die Golfstaaten zwar öffentlich, sich nicht an Angriffen auf den Iran zu beteiligen und ihren Luftraum dafür nicht freizugeben – in der Praxis jedoch mehren sich die Anzeichen, dass sie den USA dennoch Unterstützung leisten. Eine offene Einbindung ihrer Streitkräfte wollen Saudis und Emiratis bislang vermeiden.

Je mehr sich aber die Aussicht abzeichnet, dass das iranische Regime seinen Einfluss in der öl- und gasreichen Region behalten könnte, desto stärker wächst auch auf sie der Druck, doch direkt in den Konflikt einzugreifen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen