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14 Räder im Test

Schadstoffe und defekte Bremsen: Kinderrad fällt bei ÖAMTC-Test glatt durch

Schadstoffe und defekte Bremsen: Kinderrad fällt bei ÖAMTC-Test glatt durch
FOTO: ÖAMTC/Ralph Wagner
3 Min. Lesezeit |

Krebserregende Stoffe in den Griffen, versagende Bremsen im Regen – ein aktueller Test zeigt, wo Kinderräder gefährlich werden.

Vierzehn Kinder- und Jugendfahrräder im 24-Zoll-Format haben der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen in diesem Jahr einem umfassenden Test unterzogen. Die geprüften Modelle lagen preislich zwischen 268 und 808 Euro. Bewertet wurden unter anderem Handhabung, Fahreigenschaften, Sicherheit, Verarbeitung sowie die Schadstoffbelastung.

Von den 14 Rädern schnitten elf mit „gut“ ab, zwei erhielten die Note „befriedigend“ – und eines fiel glatt durch. „An der Spitze des Tests steht das ‚Woom Explore 5′, das in allen Hauptkategorien hohe Bewertungen erzielen konnte. Es ist das einzige Modell mit Scheibenbremsen und auch das einzige, das vollkommen frei von Schadstoffen ist“, erklärt ÖAMTC-Technikexperte Dominik Darnhofer.

Das zulässige Gesamtgewicht der getesteten Räder variiert zwischen 49,85 und 89,5 Kilogramm. „Im Durchschnitt wiegt ein Kind mit elf Jahren zwischen 40 und 50 Kilogramm. Die Modelle von Academy und KTM bieten für diese Altersgruppe somit kaum bis gar keine Reserve für zusätzliches Gepäck“, so Darnhofer.

Schadstoffe & Bremsen

Das schlechteste Ergebnis im gesamten Testfeld erzielte das „Bikestar Jugend Fahrrad Leicht 24 Zoll 8 Gang“: In den Griffen dieses Modells wurden gesundheitsschädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – kurz PAKs – festgestellt, darunter das stark krebserregende Benzo[a]pyren. Die Gesamtbewertung fiel damit auf „nicht genügend“, womit das Bikestar als einziges Rad im Test durchfiel. Zusätzlich schränkt beim selben Modell die zu kurze Auszugslänge der Sattelstütze die Nutzungsdauer des Fahrrads erheblich ein.

Beim Modell von Decathlon/B’Twin liegt die Bremsleistung bei Nässe unterhalb des vorgeschriebenen Normwerts. „Eine Gefahrenbremsung bei Regen ist damit nur deutlich verzögert möglich und kann im Ernstfall einen Unfall zur Folge haben“, warnt der ÖAMTC-Experte. Die stärksten Bremswerte im Vergleich erzielten die Räder von KTM und Winora.

Hinsichtlich der Fahreigenschaften fiel das Puky LS-Pro 24-8 besonders auf: Bei Schräglagen berührten die Pedale den Boden, was in dieser Kategorie zu Punktabzügen führte. Darüber hinaus erwies sich der mittig positionierte Seitenständer bei den Modellen von Axess, Bikestar, Bulls, Cube, S’COOL, Decathlon, Puky und Raymon als problematisch – er kollidiert beim Rückwärtsschieben mit dem Pedal und erschwert auch das Anfahren spürbar.

Forderungen der Tester

Verbesserungsbedarf zeigte sich bei mehreren Rädern auch in der Ausstattung: Einige Modelle werden ohne die nach der Straßenverkehrsordnung vorgeschriebenen Reflektoren ausgeliefert. Auch bei der Beleuchtung weisen einzelne Räder noch Lücken auf.

Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen richten klare Forderungen an die Hersteller: Griffe und Sättel sollen künftig frei von giftigen PAKs und Weichmachern sein, Bremssysteme müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, und jedes Fahrrad soll bereits ab Werk vollständig und StVO-konform ausgestattet sein.

Zusätzlich sprechen sie sich dafür aus, das höchstzulässige Gesamtgewicht direkt am Fahrrad sichtbar anzubringen.

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KO KOSMO-Redaktion
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