Deutliche Worte aus der Fußballwelt: Jürgen Klopp rechnet mit der neuen Club-WM ab und warnt vor den Folgen des überfüllten Spielkalenders für die Profis.
Jürgen Klopp hat kein Blatt vor den Mund genommen und die aktuell in den USA stattfindende Club-WM mit deutlichen Worten kritisiert. Im Gespräch mit der „Welt“ fand der ehemalige Erfolgscoach eine unmissverständliche Einschätzung für das von der FIFA (Weltfußballverband) aufgeblähte Turnier: „die schlechteste Idee, die jemals im Fußball umgesetzt wurde“. „Da denken sich Leute etwas aus, die mit dem Tagesgeschäft noch nie etwas zu tun hatten oder nichts mehr damit zu tun haben“, polterte Klopp über das neue Format mit 32 Mannschaften, zu denen in diesem Jahr auch Red Bull Salzburg zählt.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag (02.00 Uhr MESZ) fällt der Startschuss für die aufgeblasene Club-WM mit der Partie zwischen Gastgeber Inter Miami und dem ägyptischen Vertreter Al Ahly. Erstmals treten 32 Teams im Kampf um die Trophäe an, darunter auch Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg, der sich bei diesem prestigeträchtigen und finanziell lukrativen Wettbewerb beweisen will.
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Finanzielle Verlockung
Zwar spült das Turnier den Vereinen beträchtliche Summen in die Kassen, doch der langjährige Liverpool-Trainer und jetzige „Head of Global Soccer“ bei Red Bull sieht erhebliche Risiken durch die zusätzliche Belastung und fehlende Regenerationszeit. „Ich verstehe die Leute, die sagen: Aber da gibt es doch Wahnsinnssummen für die Teilnahme. Vergangenes Jahr Copa und EM, dieses Jahr Club-WM und im kommenden Jahr dann die WM. Das bedeutet für die Spieler, die dabei sind, keine wirkliche Erholung, weder körperlich noch geistig.
Verletzungsrisiko
Derlei Turniere wie jetzt die Club-WM können nicht auf dem Rücken der Spieler ausgetragen werden. Ich wünsche es niemandem, aber ich habe eine große Befürchtung“, warnte Klopp und wurde noch konkreter: „Dass in der kommenden Saison Spieler Verletzungen erleiden, die sie noch nie hatten. Wenn nicht in der kommenden, dann passiert es bei der WM oder danach.“
Mit seiner Kritik steht Klopp nicht allein da. Spielergewerkschaften und zahlreiche andere Trainer haben sich in den vergangenen Wochen ebenfalls deutlich geäußert und schlagen Alarm wegen der zunehmenden Belastung durch den immer dichter werdenden Spielplan. Sie teilen Klopps Sorge, dass die verkürzte Regenerationszeit sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit der Profis ernsthaft gefährden könnte. Insbesondere das Risiko für schwerwiegende Verletzungen wird von Fachleuten als deutlich erhöht eingestuft.