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Mautreform

Schluss mit Stau-Chaos: Autobahn-Maut wird ab April digital

Schluss mit Stau-Chaos: Autobahn-Maut wird ab April digital
Symbolbild FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Serbiens Autobahnen stehen vor einem technischen Umbruch – und für Lkw-Fahrer wird er ab April zur Pflicht.

Serbien modernisiert sein Mautsystem: Ab dem 1. April müssen Lkw-Fahrer auf serbischen Autobahnen verpflichtend mit einem sogenannten TAG-Gerät unterwegs sein – einem elektronischen Transponder, der die Maut automatisch beim Durchfahren von Portalen abbucht. Die staatliche Autobahngesellschaft Putevi Srbije verfolgt damit das Ziel, Staus vor den Mautstellen zu beseitigen und den Verkehrsfluss spürbar zu verbessern.

Darko Savic, Direktor des Sektors für Mauterhebung bei Putevi Srbije, erläuterte die Pläne: Auf künftigen Strecken – darunter die im Bau befindliche Autobahn von Belgrad nach Zrenjanin sowie der Fruška-Gora-Korridor – werde es keine klassischen Mautstellen mehr geben. Alle Fahrzeuge sollen künftig unter Portalen hindurchfahren, die das TAG-Gerät erfassen und die Gebühr automatisch vom verknüpften Konto abziehen. „Das bestehende System hat bereits eine Einzugsquote von 99,9 Prozent – wir wollen es auf ein noch höheres Niveau heben“, so Savic. In einer ersten Phase gilt die Pflicht jedoch ausschließlich für schwere Lkw; Pkw-Fahrer sind vorerst nicht betroffen.

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Freiwillige Nutzung

Viele Autofahrer nutzen TAG-Geräte bereits freiwillig – auch deshalb, weil diese auf Autobahnen in Nordmazedonien, Montenegro und Kroatien gleichermaßen funktionieren. Ob man sich ein solches Gerät anschafft, hängt letztlich von der eigenen Fahrgewohnheit ab. Ein Autofahrer, der selten die Autobahn nutzt, sieht keinen Bedarf: „Ich verlasse Belgrad kaum – da ist mir Barzahlung einfach praktischer.“ Ein anderer hingegen schätzt die Zeitersparnis: „Man fährt einfach durch, die Schranke öffnet sich – das ist deutlich angenehmer.“

Branchenkenner überzeugt

Auch Branchenkenner bewerten die Neuerung positiv. Zeljko Regoda, Chefredakteur des Fachportals Autoinfo, sieht darin einen längst überfälligen Schritt in Richtung moderner Infrastruktur. Die Anschaffung eines TAG-Geräts sei unkompliziert und günstig, die Wartung minimal – solange die Batterie halte, funktioniere das Gerät zuverlässig.

„Wer keinen TAG hat, steht an, wer einen hat, fährt durch. Das ist gerade in der Urlaubssaison, wenn die Kolonnen lang werden, ein enormer Unterschied“, erklärt Regoda. Als Beispiel verweist er auf Nordmazedonien, wo das System bereits etabliert ist: Wer in den Sommermonaten Richtung Griechenland reist, sehe den Unterschied zwischen TAG-Nutzern und jenen, die bar zahlen, mit eigenen Augen.