Schlag gegen Bankomatsprenger: Nach 22 Festnahmen im August wurden nun sieben weitere Verdächtige auf Malta und in den Niederlanden gefasst. Die Täter gingen hochprofessionell vor.
Die österreichischen Behörden haben einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen international operierende Bankomatsprenger verzeichnet. Wie das Bundeskriminalamt (BK) am Mittwoch mitteilte, wurden im November und am Dienstag sieben weitere Tatverdächtige auf Malta und in den Niederlanden festgenommen. Diese Zugriffe folgen auf bereits im August vermeldete 22 Festnahmen, wodurch sich die Gesamtzahl der in diesem Jahr gefassten Verdächtigen auf 29 erhöht.
Seit Ende 2024 verüben international agierende Gruppierungen Bankomatsprengungen in Österreich. Die Täter reisen gezielt an und gehen dabei hochprofessionell und arbeitsteilig vor.
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Laut BK-Sprecher Heinz Holub-Friedreich besteht durch ihre Vorgehensweise ein erhebliches Risiko für unbeteiligte Personen. Der verursachte Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro, wobei besonders die verheerenden Explosionen ins Gewicht fallen.
Im Bundeskriminalamt wurde im Februar 2025 die Arbeitsgemeinschaft Bankomat (AG Bankomat) eingerichtet, um die Landeskriminalämter bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Die Ermittler konnten den Großteil der 2025 verübten Taten niederländischen Tätergruppen zuordnen. Insgesamt wurden 48 Beschuldigte oder Verdächtige identifiziert. Die Staatsanwaltschaften Wien und Wels haben mittlerweile EU-Haftbefehle und Durchsuchungsanordnungen erlassen.
Koordinierte Zugriffe
Der jüngste Zugriff erfolgte in zwei koordinierten Phasen. Am 12. November versuchten die Behörden in den Niederlanden, zwei Festnahme- und zwei Durchsuchungsanordnungen zu vollstrecken. Dabei wurde ein 36-jähriger Niederländer festgenommen, während ein zweiter Beschuldigter nicht angetroffen und zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler 6.800 Euro Bargeld, Goldbarren im Wert von etwa 22.000 Euro, Mobiltelefone, Speichermedien sowie geringe Mengen Suchtgift sicher.
Die zweite Phase am 2. Dezember umfasste ein länderübergreifendes Vorgehen. In drei niederländischen Provinzen wurden an mehreren Orten sieben Festnahme- und sieben Durchsuchungsanordnungen vollzogen. Fünf Niederländer im Alter zwischen 19 und 29 Jahren wurden festgenommen, zwei weitere Verdächtige konnten nicht angetroffen werden und wurden zur Fahndung ausgeschrieben. Die Beamten stellten elektronische Geräte, Unterlagen mit direktem Österreich-Bezug sowie pyrotechnische Gegenstände wie Blitzknallkörper sicher.
Parallel dazu ermittelte die AG Bankomat den Aufenthaltsort eines 29-jährigen nordmazedonischen Staatsbürgers auf Malta. Über das europäische Netzwerk ENFAST konnten eine Festnahmeanordnung und eine Durchsuchungsanordnung der Staatsanwaltschaft Wien vollzogen und der Beschuldigte gefasst werden. Holub bestätigte, dass die Auslieferung der Verdächtigen bereits beantragt wurde.
Behördliche Zusammenarbeit
„Wir werden diese Form der Kriminalität mit voller Entschlossenheit weiter bekämpfen“, erklärte der Direktor des Bundeskriminalamtes Andreas Holzer. Die Erfolge basieren auf der engen Zusammenarbeit zwischen dem Bundeskriminalamt, den Landeskriminalämtern und den Staatsanwaltschaften. Besonders hervorgehoben wurde auch die Kooperation mit den niederländischen Sicherheitsbehörden sowie dem europäischen Zielfahndungsnetzwerk ENFAST.
„Das ist ein wichtiger und harter Schlag gegen die organisierte Kriminalität“, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).
Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) ergänzte: „Die AG Bankomat ist ein Musterbeispiel erfolgreicher Strafverfolgung.“