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Rüstungsdeal

Serbien kauft chinesische Raketen: Peking liefert moderne Überschall-Waffen

Serbien kauft chinesische Raketen: Peking liefert moderne Überschall-Waffen
Foto: Screenshot X Serbiabased
3 Min. Lesezeit |

Serbien rüstet auf – und zeigt dabei, wie geschickt Belgrad zwischen Moskau, Peking und Brüssel navigiert.

Wie das Militärportal „The War Zone“ berichtet, liefert China an Serbien Militärjets vom Typ CM-400AKG – ein Rüstungsgeschäft, das die vielschichtige Außenpolitik des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic einmal mehr in aller Deutlichkeit sichtbar macht. Die Überschallraketen sollen die aus russischer Produktion stammenden MiG-Kampfjets der serbischen Luftwaffe ergänzen. Der jüngste Deal illustriert Vucics Balanceakt zwischen dem traditionellen Verbündeten Russland, dem auf dem Balkan zunehmend präsenten China und einer EU, die die Region an sich zu binden versucht.

Russland sieht Serbien seit jeher als engen Verbündeten – doch das Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren spürbar abgekühlt. 2022 stimmte Belgrad für eine UN-Resolution, die den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilte. Als im Vorjahr bekannt wurde, dass Serbien ukrainische Streitkräfte über Drittstaaten mit Rüstungsmaterial beliefert hatte, reagierte der russische Auslandsgeheimdienst SWR mit scharfer Kritik: „Serbien führt durch seine Rüstungsunternehmen einen Dolchstoß gegen Russland.“

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Chinas Einfluss

Formal strebt Serbien die EU-Mitgliedschaft an, doch die Beitrittsverhandlungen stagnieren – nicht zuletzt wegen der anhaltenden serbischen Einmischung im Kosovo. In diesem geopolitischen Zwischenraum, den weder Russlands schwindender Einfluss noch die zögerliche Erweiterungspolitik der EU zu füllen vermag, hat China gezielt Fuß gefasst. Der staatliche Konzern Cosco übernahm in der Eurokrise den griechischen Hafen Piräus, chinesische Investoren treiben eine umstrittene Autobahntrasse in Montenegro voran – ebenfalls EU-Beitrittskandidat – und eine Bahnverbindung zwischen Belgrad und Budapest, der Hauptstadt des EU-Mitglieds Ungarn, befindet sich im Aufbau. Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigen das Ausmaß dieser Abhängigkeit: In der Periode 2020–2024 importierte Serbien 57 % seiner Rüstungsgüter aus China, gefolgt von Russland mit 20 % und Frankreich mit 7,4 %. Serbien ist darüber hinaus seit 2006 im Rahmen des Programms „Partnerschaft für Frieden“ Nato-Partner.

Neuer Waffendeal

Nun folgt der Waffendeal mit China. „Wir haben eine beträchtliche Anzahl dieser Raketen, und wir werden noch mehr haben“, sagte Präsident Vucic im staatlichen TV-Sender RTS. Laut Nachrichtenagentur Reuters kam Kritik aus dem EU- und Nato-Mitglied Kroatien, das mit Serbien nach dem Zerfall Jugoslawiens in einen blutigen Krieg verwickelt war. Die chinesischen Marschflugkörper mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern sollen auf alten russischen MiG-29-Kampfjets montiert werden. Zuvor hatte Serbien bereits den Kauf von zwölf Rafale-Kampfjets des französischen Rüstungskonzerns Dassault bestätigt.