Ein Ton, 60 Sekunden, eine Stadt hält inne – Sarajevo gedenkt der Opfer von Srebrenica auf besondere Weise.
Am 11. Juli wird in Sarajevo um 12 Uhr mittags eine Sirenenprobe durchgeführt – verbunden mit dem Gedenken an die Opfer des Völkermords von Srebrenica. Das Massaker ereignete sich im Juli 1995 und wurde durch rechtskräftige Urteile internationaler wie nationaler Gerichte als Völkermord anerkannt, darunter jene des Internationalen Gerichtshofs sowie des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien. Nach Angaben internationaler Institutionen wurden dabei mehr als 8.000 Menschen ermordet, von denen bis heute 6.900 Opfer anhand von ausgehobenen Massengräbern identifiziert werden konnten.
Zeichen der Erinnerung
Das Signal, das ertönen wird, ist das Zeichen „Ende der Gefahr“ – ein gleichmäßiger Ton über die Dauer von 60 Sekunden. Die Kantonale Zivilschutzverwaltung Sarajevo hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, in diesem Moment innezuhalten: Wer zu Fuß unterwegs ist, soll stehenbleiben; wer ein Fahrzeug lenkt, soll anhalten und aussteigen – um den Opfern des Völkermords auf würdevolle Weise zu gedenken.
Der Kanton Sarajevo ruft dazu auf, eine Kultur des Gedenkens gegenüber den Opfern des Völkermords von Srebrenica lebendig zu halten.