Srna Marković: Rehaugen und Power-Smash erobern Italien

INTERVIEW

Srna Marković: Rehaugen und Power-Smash erobern Italien

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(FOTOS: Facebook/Srna Markovic)

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Mit nur 22 Jahren schaffte Srna Marković den Sprung in die erste italienische Liga, Serie A. Sie war damit die erste Spielerin des Österreichischen Volleyballverbands, der dieser unglaubliche Erfolg gelangt.

KOSMO: Wie hast du reagiert, als du das Angebot bekommen hast, für Cuneo Granda Volley zu spielen?
Srna Marković: Ich kann mich noch genau erinnern. Es war mein Geburtstag als mich meine Agentin angerufen hatte. Ich bin sicher 5 Minuten vor Freude im Kreis gehupft. Das war mein schönstes Geburtstagsgeschenk.

Deine Leistung bei Cuneo hat auch die Aufmerksamkeit der italienischen Sportpresse auf sich gezogen. In Italien giltst du als junges Ausnahmetalent aus Österreich. Wie gehst du mit dieser Popularität um?
Es war sehr überraschend, dass ich mich gleich im ersten Jahr durchsetzen konnte. Davon hätte ich nicht einmal träumen können. Deswegen wirkt es jedes Mal aufs Neue wie ein Traum und nicht die Realität! Trotzdem lernt man sehr schnell, wie man sich zu verhalten hat und dass man egal, wie alt man selbst ist, immer eine Vorbildfunktion hat. So geliebt und verfolgt wie in Italien ist der Volleyball nirgends.

„Die ersten Jahre in Deutschland waren kein Zuckerschlecken. Leider hatten wir damals in Österreich niemanden, der dich darauf vorbereiten konnte.“

Wie kamst du überhaupt zum Sport und seit wann spielst du Volleyball in einem Verein? Hat jemand aus deiner Familie das Talent entdeckt oder wolltest du schon immer wie Mila Superstar sein? 😊
Mein großer Bruder hatte vor mir gespielt und hat meine Liebe zum Sport geweckt. Mein Ziel war es besser zu werden, damit ich gut genug bin um mit meinem Bruder zusammenspielen zu können. Angefangen habe ich mit 6 oder 7 Jahren.

Deine Eltern sind Akademiker. Wie haben sie darauf reagiert, als du ihnen mitgeteilt hast, dass du Volleyball hauptberuflich machen möchtest?
Es ist eine schwere Entscheidung gewesen. Den Weg und die Zukunft in ein unsicheres Berufsfeld. Doch nachdem ich Fuß gefasst habe und sie meine Erfolge verfolgt haben, waren sie natürlich sehr glücklich für mich.

Deine erste Auslandsstation war Deutschland. Wie hast du dich dort zurechtgefunden und warum hast du dich dazu entschieden, aus der 1. Deutschen Bundesliga zur Serie A2 zu wechseln?
Die ersten Jahre in Deutschland waren kein Zuckerschlecken. Leider hatten wir damals in Österreich niemanden, der dich darauf vorbereiten konnte, Erfahrungen teilen – oder dass man schon im Nachwuchsbereich lernt, wie ein Sportler zu verhalten und was wichtig ist. Ich habe gute drei Jahre gebraucht, um all das mit vielen Ups und Downs zu lernen. Die Konkurrenz ist hoch, die Enttäuschungen groß und viele haben einen Vorsprung, weil sie von klein auf lernen, Sportler zu sein. Nach drei Jahren wollte ich dann mehr. Ich hatte meinen Traum, die Serie A1. Doch nach Italien zu kommen, ist gar nicht so leicht. Deswegen entschied ich mich einen 1 Schritt zurück zu machen, damit mich die italienische Liga sieht und habe mir somit die Tür zur A1 geöffnet.

STECKBRIEF: Srna Marković

  • Geburtstag: 6. 6. 1996
  • Größe: 184 cm
  • Position: Außenangriff
  • Trikotnummer: 6
  • Sprunghöhe (Angriff): 310 cm
  • Sprunghöhe (Block): 280 cm
  • Bevorzugtes Service: Sprung Rotation
  • Größter sportlicher Erfolg: coppa Italia 2018, Vize-DVV-Pokalmeister 2015
  • Volleyballidol aus der Kindheit: mein Bruder
  • Gegen Lampenfieber vom Spiel: Klassische Musik zum Beruhigen und meine guten Aktionen und technische Elemente im Kopf durchspielen/visualisieren

Du warst meines Wissens nach auch die jüngste Spielerin, die jemals für Österreich in der Damennationalmannschaft gespielt hat. Wie bist du mit den Erwartungen und dem Leistungsdruck umgegangen?
Es war nicht leicht, ich musste schon seitdem ich 12 war immer meine beste Leistung bringen und habe auch mit Konsequenzen umgehen müssen. Auch der Umgang, bzw. das Menschliche wurde leicht und schnell vergessen. Es war keine leichte Zeit für mich als zwölf- bis 16-jähriges Kind.

Kürzlich hast du bekanntgegeben, dass in du in Zukunft nicht mehr in rot-weiß-rot auf dem Feld stehen wirst. Warum hast du dich für diesen Schritt entschieden?
Ich nehme mir aus privaten familiären Gründen dieses Jahr eine Auszeit. Und kuriere alle meine kleinen Verletzungen aus, damit ich dann im August wieder top fit in Italien durchstarten kann.

Hast du überlegt, bzw. Angebote bekommen, für eine andere Nationalmannschaft, z.B. die serbische, zu spielen?
Das geht natürlich nicht. Ich habe schon viele Jahre für Österreich gespielt und bin auch hier geboren. Ein Nationalteamwechsel würde überhaupt nicht in Frage kommen.

Wie sehen deine Pläne für die kommende Saison aus. Bleibst du dem Verein treu oder verschlägt es dich zu einem anderen Club? Und welche Ziele hast du dir gesteckt?
Nächste Saison werde ich wieder in Italien A1 bleiben. Mein Ziel wird es sein, an meine letztjährige Leistung direkt anzuknüpfen und die ersten Spiele anders als letzte Saison ohne Angst und Nervosität zu spielen. Ich möchte hart mit meinem Team arbeiten und dann werden wir sehen, wie viel ich noch wachsen kann. Dieses Jahr hatte ich mir viel weniger erhofft und Dinge erreicht, von denen ich nicht einmal träumen konnte. Mal sehen was das neue Jahr bringen wird.

Es war nicht leicht, ich musste schon seitdem ich 12 war immer meine beste Leistung bringen und habe auch mit Konsequenzen umgehen müssen.

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien der gebürtige Wiener bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.