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Start der Bezahlkarte für Asylwerber in Niederösterreich

(FOTO: iStock/Prostock-Studio/BKA/Valentin Brauneis)
(FOTO: iStock/Prostock-Studio/BKA/Valentin Brauneis)

Im Rennen um die Einführung eines neuen Systems für die finanzielle Unterstützung von Asylwerbern in Österreich zeichnet sich eine deutliche Zuspitzung ab. Dabei steht besonders die Initiative einer speziellen Bezahlkarte im Fokus, die von der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) in unterschiedlichen Modellen vorangetrieben wird.

Österreich weniger attraktiv gestalten

Das Ziel dieser neuen Maßnahmen ist unumwunden die Reduktion der Attraktivität Österreichs für Flüchtlinge. Bereits im Februar wurde von der ÖVP klargestellt, dass durch die Implementierung einer „Refugee-Card“ Asylwerber gezielt entmutigt werden sollen, Österreich als Zufluchtsort zu wählen. Diese Karte soll demnächst eingeführt werden und das Leben für Asylsuchende in Österreich einschneidend verändern.

Niederösterreich nimmt die Vorreiterrolle ein

Während auf Bundesebene noch an den Details gefeilt wird, hat Niederösterreich bereits Schritte unternommen, wie das Onlineportal des profil berichtet. Ein Pilotprojekt mit der Bezahlkarte, bereitgestellt durch den Anbieter Pluxee (ehemals Sodexo), startet bereits im Juni in zehn ausgewählten Flüchtlingsunterkünften. Die Karte soll dabei einen Großteil der bisher in bar ausgezahlten Tagesgelder ersetzen.

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Kritik an den Bezahlkarten

Trotz der beabsichtigten Einfachheit und Sicherheit solcher Bezahlkarten, regt sich auch Kritik. Insbesondere wird bemängelt, dass Asylwerber mit dieser Karte weder Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel kaufen noch an kleinen lokalen Märkten einkaufen können. Ferner wird das zugrundeliegende Ziel der Karte in Frage gestellt. Nämlich die Annahme, dass die Art der Geldauszahlung einen Einfluss auf die Wahl des Zufluchtslandes habe.

Integration und finanzielle Transparenz

Die Debatte rund um die Einführung der Bezahlkarten in Österreich spiegelt eine größere Diskussion wider. Es geht um die Balance zwischen der Integration von Asylsuchenden und dem Wunsch, finanzielle Transfers ins Ausland zu unterbinden. Während in Deutschland ähnliche Modelle bereits Praxis sind, wird die strenge Handhabung der niederösterreichischen Bezahlkarten kritisch beobachtet.

Quelle: profil