Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Krisenzeit

Stille Nacht, einsame Nacht: Telefonseelsorge im Weihnachts-Dauereinsatz

Stille Nacht, einsame Nacht: Telefonseelsorge im Weihnachts-Dauereinsatz
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Wenn die stille Nacht zur schrecklichen wird: Hinter der Fassade des Weihnachtsfests verbergen sich oft Konflikte und Einsamkeit. Die Telefonseelsorge steht bereit.

Weihnachten stellt für viele Menschen nicht das harmonische Fest dar, das sie sich erhofft haben. Anstelle von besinnlichen Momenten dominieren häufig familiäre Auseinandersetzungen, das Gefühl des Alleinseins oder Trauergefühle die Feiertage. Die Telefonseelsorge Wien verzeichnet daher gerade in dieser Zeit einen erhöhten Bedarf an Gesprächen. Hilfesuchende haben die Möglichkeit, sich jederzeit kostenlos unter der Nummer 142 zu melden.

„Viele Menschen haben hohe Erwartungen an das Weihnachtsfest: Es soll schön und harmonisch sein, alle sollen sich liebhaben. Der Kontrast zwischen dem Ideal der heilen Welt und der erlebten Realität wird für viele zur großen Belastung. Zwischenmenschliche Konflikte, Einsamkeit und Krankheit trüben die Weihnachtsfreude, Ängste und Trauer machen Weihnachten dann zur ‚Stillen Nacht, schrecklichen Nacht'“, erklärt Antonia Keßelring, Leiterin der Telefonseelsorge Wien.

⇢ Digital vernetzt, emotional einsam: Jugend-Notruf schlägt Alarm

Vielfältige Hilfsangebote

Die Wiener Telefonseelsorge bietet ihre Dienste über verschiedene Kommunikationswege an – telefonisch, per E-Mail, im Sofortchat und neuerdings auch via WhatsApp. Die 170 freiwilligen Mitarbeiter führen täglich etwa 130 Gespräche, wobei Einsamkeit, Probleme in Beziehungen und psychische Erkrankungen die häufigsten Themen darstellen. Getragen wird dieses Angebot von der Erzdiözese Wien und der Evangelischen Kirche A.B. Wien.

Emotionale Unterstützung

Die ehrenamtlichen Helfer schenken den Anrufenden ein offenes Ohr, bieten Raum für emotionale Ausdrücke und helfen bei der Bewältigung belastender Situationen.

„Menschen sind sehr berührbar in diesen Tagen. Wir gehen mit ihnen auf die Suche, welche Sehnsüchte sie haben und wie diese im Kleinen erfüllt werden können“, so Keßelring.