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Protestkonferenz

Strafe nach Mega-Konzert: Thompson muss 150.000 Euro zahlen

Thompson
FOTO: iStock, WIkimedia Commons/Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Nach dem verweigerten Konzert in Zagreb schlägt das Management des umstrittenen Sängers Thompson zurück. Die Verantwortlichen sprechen von Diskriminierung und Grundrechtsverletzung.

Das Management von Marko Perkovic Thompson hat heute eine Pressekonferenz einberufen, um gegen die Verweigerung einer Konzertgenehmigung in Zagreb zu protestieren. Die Verantwortlichen Zdravko Barisic und Mirko Gudelj nutzten die Gelegenheit, um schwere Vorwürfe gegen die Zagreber Stadtverwaltung zu erheben.

“Wenn grundlegende Menschenrechte entzogen werden und wir einen offensichtlichen Fall von Diskriminierung erleben, ist es wichtig, öffentlich aufzutreten”, erklärte Gudelj zu Beginn. Er betonte, dass weder er noch sein Team ein Interesse daran hätten, in den Medien zu stehen, sich aber aufgrund der “Diskriminierung und Unterdrückung verfassungsmäßig garantierter Grundrechte” gezwungen sähen, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Gudelj warf dem Zagreber Bürgermeister Tomislav Tomasevic vor, durch sein Handeln Spaltungen in der Gesellschaft zu verursachen: “Unser Bürgermeister zeigt durch sein Agieren gegen bestimmte Gruppen einen Mangel an eigenem Charakter und Kapazität. Er sollte sich als Bürgermeister aller Zagreber Bürger entsprechend verhalten.”

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„Wir haben eine Strafe von 150.000 Euro bekommen“

Er erklärt, dass der Vertrag für den Hipodrom die Vorbereitung, Betreuung und Reinigung nach dem Konzert umfasst habe. Sie hätten die Reinigung über mehrere Angebote bezahlt, operativ sei das aber nicht ihre Aufgabe gewesen. „Das Konzert ist von 100.000 auf 500.000 Besucher angewachsen. Wir hatten zehn Tage Zeit, das Gelände zu räumen – und am elften Tag bekamen wir eine Strafe von rund 150.000 Euro. Es wurde nicht einmal eine Rechnung geschickt, sondern sofort die Pfändung. Das ist für mich unglaublich“, sagte er und betonte, dass der Abbau nach einem Event für 500.000 Menschen nicht mit einem für 100.000 zu vergleichen sei.

Weiter sagte er, die Stadt Zagreb verdiene an Konzertveranstaltern. Insgesamt hätten sie 1,3 Millionen Euro an Strafen, Mieten für Bundek, Messegelände und mehr gezahlt; in den Hipodrom seien 200.000 Euro geflossen. „Ein positiver Nebeneffekt ist, dass das Konzert Zagreb auf die globale Konzertlandkarte gebracht hat“, so der Veranstalter, der Fotos des Hipodroms vor dem Konzert zeigte.

Er berichtete zudem von umgestürzten Zäunen und Sicherheitsproblemen. Jemand habe ein Gutachten zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands erstellt – jedoch ohne Protokoll des Ausgangszustands. „Wir haben kein einziges Protokoll unterschrieben, sondern ein Gutachten bekommen, das alles uns anlastet“, sagte er.

Konzertverbot-Hintergrund

Hintergrund ist Thompsons Hallentournee, die vergangenes Wochenende begann und auch in Zagreb Station machen sollte. Für ein zusätzliches Konzert am 28. Dezember wurde ihm jedoch die Genehmigung verweigert – eine Folge des Beschlusses der Stadtversammlung, der den umstrittenen Ausruf “Za dom spremni” in städtischen Einrichtungen untersagt. Thompson hatte daraufhin in einer Stellungnahme die Partei Mozemo! als “Sekte” bezeichnet, Bürgermeister Tomasevic kritisiert und “radikalere Maßnahmen” angekündigt.

Gudelj blickte auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück und behauptete, dass ihnen zunächst die Arena Zagreb verweigert worden sei – mit dem Hinweis, man solle “warten, bis die Wahlen vorbei sind”. Nach zweimonatigem Schweigen der Verwaltung hätten sie schließlich das Hippodrom als Veranstaltungsort erhalten. “Hätten wir die Arena bekommen, wäre Kroatien und Zagreb um ein großartiges Weltereignis ärmer gewesen. Ein kommerzielles Ereignis, über das die ganze Welt positiv spricht und das als Beispiel für Organisation und Produktion dient”, so Gudelj.

Empörte Reaktion

Er verteidigte das Konzert im Hippodrom vehement gegen Kritiker: “Ein Konzert als Faschisten-Treffen zu bezeichnen, ist beleidigend. Das ist nicht nur eine Bezeichnung von 500.000 Menschen als Faschisten, das ist eine Bezeichnung ganz Kroatiens als faschistisch.” Er verwies darauf, dass Menschen aus über 40 Ländern und verschiedenen Religionen zum Konzert gekommen seien und alle begeistert gewesen seien.

Besonders empört zeigte sich Gudelj über die Begründung für das aktuelle Konzertverbot: “Die Rechtfertigung, dass ein umstrittenes Lied, Bojna Cavoglave, aufgeführt wurde und wir deshalb am 28. Dezember kein Konzert bekommen können, ist der größte Unsinn, den ich je gehört habe.” Er kritisierte zudem, dass nach dem Hippodrom-Konzert 63 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen die Organisatoren eingereicht worden seien, von denen viele bereits zu Freisprüchen geführt hätten.

Zdravko Barisic erinnerte in seinem Statement an eine frühere Aussage Tomasevics, in der dieser erklärt hatte, nicht für Verbote zu sein, da diese kontraproduktiv seien.

“Das Konzert verlief tadellos, entgegen der medialen Hysterie. Es tut mir leid, dass der Bürgermeister nicht gekommen ist. Er hätte stolz sein können auf etwas, das in seiner Stadt stattfindet und das Größte seiner Art weltweit war”, schloss Barisic.