Sonnenhungrige Urlauber aufgepasst: Die UV-Belastung variiert weltweit dramatisch. In Thailand, Panama und Sri Lanka droht mit UV-Index 12 extreme Strahlung.
Ein ausgiebiges Sonnenbad zählt für viele zum festen Bestandteil des Urlaubs. Der Wunsch, mit gebräunter Haut zurückzukehren, birgt jedoch Risiken, die je nach Reiseziel unterschiedlich hoch ausfallen. Entscheidend für die richtige Schutzstrategie ist der UV-Index, der die Intensität der sonnenbrandverursachenden Strahlung anzeigt. Bei Werten zwischen acht und zehn spricht man bereits von sehr hoher Belastung, ab elf gilt die UV-Strahlung als extrem.
Das Bundesamt für Strahlenschutz kategorisiert den UV-Index in fünf Stufen: Bei niedrigen Werten (1-2) sind keine besonderen Vorkehrungen erforderlich. Im mittleren Bereich (3-5) empfiehlt sich Schatten während der Mittagszeit sowie die Nutzung von Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme. Bei hohen Werten (6-7) gelten dieselben Empfehlungen. Sehr hohe Werte (8-10) erfordern strikte Vermeidung der Mittagssonne, konsequente Schattensuche und umfassenden Schutz durch Kopfbedeckung, Sonnenbrille, bedeckende Kleidung und Sonnenschutzmittel. Bei extremen Werten (ab 11) sind identische, aber besonders konsequent einzuhaltende Schutzmaßnahmen notwendig.
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Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt laut Bundesamt für Strahlenschutz an, um welchen Faktor sich die Zeit verlängert, die man theoretisch ohne Sonnenbrand in der Sonne verbringen kann. Wer ohne Schutz nach zehn Minuten einen Sonnenbrand bekäme, könnte mit LSF 30 theoretisch 300 Minuten – also fünf Stunden – in der Sonne bleiben. Die Behörde warnt jedoch davor, diese Zeit voll auszuschöpfen: Maximal 60 Prozent der rechnerischen Schutzzeit sollten genutzt werden, zudem muss der Sonnenschutz regelmäßig erneuert werden.
Extreme Sonnenstrahlung
Das Reiseportal „weg.de“ hat für den August die UV-Belastung beliebter Urlaubsziele untersucht. Besonders intensive Strahlung mit einem UV-Index von zwölf herrscht demnach in Thailand, Panama und Sri Lanka. Diese Länder fallen in die höchste Kategorie „11 und höher“. Beim Besuch von Tempeln und Stränden in diesen Regionen ist maximaler Sonnenschutz durch luftige, aber lange Kleidung und regelmäßig aufgetragene Sonnencreme unerlässlich.
Noch höher ist die Belastung laut Bundesamt für Strahlenschutz nur in Darwin im Norden Australiens, wo der UV-Index im Februar Werte bis 13 erreichen kann. Auch Malaysia und Kuba weisen UV-Indexwerte von elf oder höher auf. Wer im August nach Malaysia reist, sollte ausreichend Sonnenschutz einpacken, obwohl die durchschnittlich sechs täglichen Sonnenstunden durch die dort herrschende Regenzeit unterbrochen werden.
In Kuba erreichen sowohl Temperaturen als auch Luftfeuchtigkeit im August ihre Jahreshöchstwerte – für aktive Urlaubsgestaltung empfehlen sich daher andere Monate. Zur Urlaubsvorbereitung lohnt ein Blick auf die Tabelle des Bundesamtes für Strahlenschutz, die monatliche UV-Indexwerte für verschiedene Länder auflistet.
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Europäische Urlaubsziele
Auf Mallorca liegt der Wert im August bei acht – sehr hoch, aber niedriger als in den Vormonaten Juni und Juli. Italien verzeichnet mit einem Wert von sieben eine etwas geringere Belastung. Auf Kreta hingegen sollten Urlauber besonderen Wert auf Sonnenschutz legen, da der UV-Index im August noch bei neun liegt.
Auch Bergurlauber sollten den Sonnenschutz nicht vernachlässigen. Mit zunehmender Höhe steigt die UV-Belastung deutlich an. Das österreichische Umweltministerium gibt für Klagenfurt auf 1000 Höhenmetern einen UV-Index von sieben an, während auf 2000 Metern bei wolkenlosem Himmel bereits Werte von zehn erreicht werden.
In Deutschland verzeichnet das Bundesamt für Strahlenschutz die höchsten UV-Werte in den Monaten Juni und Juli, wenn häufig ein UV-Index von sieben erreicht wird.
Langfristige Gesundheitsrisiken durch UV-Strahlung
Die gesundheitlichen Folgen intensiver UV-Strahlung sind alarmierend. Aktuelle Analysen zeigen einen signifikanten Anstieg von aktinischer Keratose und Basalzellkarzinomen in Regionen mit extrem hohen UV-Indexwerten innerhalb der letzten fünf Jahre. Diese Vorläufer von Hautkrebs und Hautkrebsarten selbst treten besonders häufig in den beliebten Urlaubsregionen mit UV-Indexwerten von 11 und höher auf.
Führende Dermatologen warnen, dass die Klimaveränderungen und fortschreitender Ozonabbau zu einer Verstärkung der UV-Belastung beitragen. „Die extremen UV-Indexwerte, wie wir sie in Thailand, Panama und Sri Lanka messen, erhöhen das Risiko für akute und chronische Hautschäden erheblich“, betonen Experten. Selbst regelmäßiger Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor kann die langfristigen Auswirkungen nur begrenzen, nicht aber vollständig verhindern.
Neben dem unmittelbaren Sonnenbrandrisiko ist besonders die vorzeitige Hautalterung ein oft unterschätzter Langzeiteffekt intensiver UV-Strahlung. Fachleute empfehlen daher für Regionen mit hohem UV-Index neben Sonnencreme auch UV-Schutzkleidung mit UPF-Faktor (Ultraviolet Protection Factor) von mindestens 30 sowie konsequente Vermeidung der direkten Sonnenexposition zwischen 11 und 15 Uhr.