Drei Tote, 140 Kinder in Gefahr – der Anschlag auf eine Moschee in San Diego erschüttert die USA.
Laut Berichten von CNN und der New York Times haben die Täter des Angriffs auf ein islamisches Zentrum in San Diego, Kalifornien, ihre Tat in Echtzeit ins Internet gestreamt. Kurz nach dem tödlichen Vorfall am Montag war im Netz ein Video aufgetaucht, das offenbar von den Angreifern selbst aufgezeichnet worden war.
Dem Video, das den genannten Medien vorliegt, ist zu entnehmen, wie die Täter mit Gewehren und mindestens einer Pistole in den Eingangsbereich der Moschee eindringen. Darüber hinaus ist darin ein mutmaßliches Opfer in einer Blutlache zu sehen. In einem späteren Abschnitt der Aufnahme schießt einer der beiden Männer in einem Auto zunächst auf den Beifahrer und anschließend auf sich selbst.
Neonazistische Bezüge
Die im Video sichtbaren Waffen tragen handgeschriebene weiße Aufschriften und Symbole, darunter Zahlencodes und Abkürzungen mit Bezug auf den Nationalsozialismus sowie auf frühere Gewalttaten, wie CNN berichtete. Eine offizielle Bestätigung der Echtheit des Videos durch die Ermittlungsbehörden steht bislang aus. CNN berief sich jedoch auf eine anonyme Quelle aus Ermittlungskreisen, der zufolge das Material als authentisch eingestuft werde.
Ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt ist die Echtheit eines 75-seitigen Dokuments, das den Berichten zufolge parallel im Internet kursiert. Neben nationalsozialistischen und neonazistischen Symbolen soll das Schriftstück auch Bezüge auf das Attentat von Christchurch, Neuseeland, im Jahr 2019 enthalten, bei dem 51 Menschen in zwei Moscheen ihr Leben verloren.
Drei Todesopfer
Bei dem Angriff auf die Einrichtung, zu der neben einer Moschee auch eine Schule mit Kleinkindern gehört, kamen am Montag drei Menschen ums Leben, darunter ein Wachmann. Die Polizei von San Diego gab bekannt, dass alle drei Todesopfer erwachsene Männer waren, die auf dem Gelände des islamischen Zentrums aufgefunden wurden. Nach Einschätzung der Polizei haben genau diese drei Todesopfer durch ihr Eingreifen verhindert, dass die Angreifer in den Bereich vordrangen, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs rund 140 Kinder aufhielten.
Die beiden Tatverdächtigen im Alter von 17 und 18 Jahren wurden kurz darauf tot in einem Fahrzeug aufgefunden – offenbar hatten sie sich selbst erschossen.
In dem Auto stellten die Ermittler zudem Schriftstücke mit anti-muslimischen Inhalten sicher. Die Behörden in San Diego behandeln den Angriff auf das islamische Zentrum offiziell als Hassverbrechen und haben zur Unterstützung die Bundespolizei FBI hinzugezogen.