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Tempo 30 bald in ganz Wien? Nur drei Zonen ausgenommen

Wien-Tempo-30
(FOTOS: iStockphotos)

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verlangt ein flächendeckendes Geschwindigkeitslimit von 30 km/h in ganz Wien.

Laut Statistiken des KFV sterben jährlich acht Kinder im Straßenverkehr und weitere 70 sind in Unfälle auf dem Schulweg verwickelt. Aus diesem Grund wird vom Kuratorium ein „Tempo 30“ in der gesamten Hauptstadt gefordert.

Damit sollen Kinder im Straßenverkehr besser geschützt werden. „Ein Unfall bei 60 km/h endet so gut wie immer tödlich“, erklärt Klaus Robatsch, Leiter des Forschungsbereichs im KFV in einer Aussendung. Zudem werden vom Kuratorium höhere Strafen für Verkehrsunfälle gefordert, in welche Kinder verwickelt sind. „Tempo 30 ist im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettend für Kinder“, fügte Robatsch hinzu. Einzig der Ring, der Gürtel und die Triester Straße sollen vom 30km/h-Geschwindigkeitslimit ausgenommen werden.

„Ein Unfall bei 60 km/h ist so gut wie immer tödlich“
„Das Problem ist, dass Fußgeher auf dem Streifen verunfallen, weil dieser einen gewissen Schutz suggeriert, den es in der Praxis nicht gibt“, so Ulrich Leth vom Institut für Verkehrswissenschaften an der TU Wien gegenüber ORF.at. Der Experte hält solche Maßnahmen für sinn- und wirkungsvoll, da eine niedrige Geschwindigkeit die Aufmerksamkeit erhöhen und das Blickfeld weiten würde.

Robatsch erklärte ferner, dass bei einem Aufprall mit 30 km/h einer von zehn Fußgängern sterbe, während ein Unfall bei 60 km/h so gut wie immer tödlich ende. Leth könnte sich auch Schwellen auf der Fahrbahn vorstellen, „damit der Fahrzeugverkehr auch wirklich gebremst wird und die Aufmerksamkeit von Autolenkern erhöht wird.“ Diese gebe es bereits in der Stadt, jedoch seien sie zu flach, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Kinder nicht Hauptunfallverursacher
„In drei von vier Fällen sind die Kinder nicht die Hauptunfallverursacher. Die häufigsten Hauptunfallursachen, genauer gesagt ein Drittel der Unfälle in Österreich passieren aufgrund von Ablenkung und Unachtsamkeit“, so Robatsch.

Die Verantwortung liege laut KFV-Bericht bei allen Verkehrsteilnehmern: telefonieren beim Autofahren ohne Freisprechanlage, ein musikhörender Radfahrer, oder ein Fußgänger, der gerade eine Nachricht tippt.

Keine Ausweitung mehr möglich?
Wie die Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) erklärte, gelte abseits der der Durchzugsstraßen schon fast eine flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. “Wir schauen uns aber in diesen Tagen an, ob eine weitere Ausweitung in Einzelfällen sinnvoll ist. Vorrang haben dabei Straßen vor Schulen. Es gibt vereinzelt noch welche, bei denen kein Tempo-30-Limit gilt.”