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NEUE DETAILS

Terroranschlag in Wien: So kaufte der Attentäter Waffen am Balkan

(FOTOS: LPD Wien, KOSMO)

Die Ermittlungen rund um den Terroranschlag in Wien laufen noch weiter. Nun gibt es neue Details dazu, wie der 20-jährige Attentäter an Waffen und Munition kam. Einer der Mittelsmänner sei geständig.

Wie der „Standard“ berichtete, soll ein gebürtiger Tschetschene, Adam M., als Mittelsmann zwischen dem Attentäter von Wien, Kujtim F. und dem Waffenhändler fungiert haben. M. soll laut Bericht geständig sein und erzählt haben, dass er bei den illegalen Deals in Wien sogar vor Ort dabei gewesen sein soll. Die Waffen sollen von einem 29-jährigen Slowenen, Marsel O., stammen.

„Völlig unglaubwürdig“
Einige Wochen vor dem 2. November soll Kujtim F. über seinen Kontakt nicht nur Patronen, sondern auch das AK-47-Sturmgewehr erstanden haben. Übergeben wurden die Waffe in der Umgebung des Wiener Praters. Bezahlt wurde in Cash – 2.500 oder 3.000 Euro soll der Deal ausgemacht haben, wobei der Tschetschene 500 Euro Provision verdiente.

Wie bereits länger bekannt, versuchte der 20-jährige Attentäter am 21. Juli 2020, in Bratislava Munition für das automatische Sturmgewehr zu kaufen. Während der Tschetschene seit Dezember 2020 in U-Haft sitzt, so befindet sich der Slowene auf freiem Fuß. Letzterer bestreitet alle Vorwürfe, wobei die Verfassungsschützer seine Aussagen für „völlig unglaubwürdig“ halten. Allen voran da auch zigtausende Chatnachrichten sichergestellt wurde, die die Beteiligten belasten.

DNA-Spuren auf Munition
Wie die Ermittler bereits jetzt feststellen konnten, so befanden sich auf den Patronen der Pistole der marke Tokarew, mit welcher Kujtim F. feuerte, DNA-Spuren des tschetschenischen Mittelmannes. Der Attentäter feuerte aus dieser Waffe zwei Kugeln und lud kein einziges Mal nach. Daher vermuten die Verfassungsschützer, dass M. die Waffe „in geladenem Zustand“ verkauft habe.

Weitere DNA-Untersuchungen sind derzeit noch in Bearbeitung. Im August wurde vom mutmaßlichen Verkäufer aus Slowenien ein Abstrich genommen. Es gibt noch einige DNA-Spuren vom Attentat am 2. November, die bis dato keiner Person zugeordnet werden konnten. Im Labor wird nun untersucht, ob und wie Marsel O. in den Fall verwickelt ist.

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