Albanien plant ein einjähriges TikTok-Verbot nach einem tragischen Vorfall in Tirana. Oppositionsführer Berisha kritisiert dies als Zensurakt.
Albanien steht kurz davor, den populären Onlinedienst TikTok für ein Jahr zu sperren, eine Maßnahme, die bereits im Dezember letzten Jahres angekündigt wurde. Bildungsministerin Ogerta Manastirliu kündigte an, dass die Umsetzung der Sperre innerhalb der nächsten Tage bis zu einer Woche erfolgen soll.
Tragischer Vorfall
Der Auslöser für diese drastische Entscheidung war ein tragischer Vorfall Ende des vergangenen Jahres. In Tirana kam es zu einem tödlichen Streit, der seinen Ursprung in den sozialen Medien hatte: Ein 14-jähriger Junge wurde getötet, ein weiterer verletzt. Dieser Vorfall entfachte eine breite Diskussion über die Rolle und den Einfluss von Online-Plattformen auf die Jugend, an der sich Experten, Eltern und Bildungseinrichtungen beteiligten.
Gegenwind kommt aus den Reihen der Opposition. Kritiker der Sperre äußern Bedenken, dass diese Entscheidung die anstehenden Parlamentswahlen im Mai beeinflussen könnte. Oppositionsführer Sali Berisha kritisierte die Maßnahme scharf und bezeichnete sie als Zensurakt, der über eine Million TikTok-Nutzer in Albanien betreffen würde. Er verglich Albanien unter der Führung von Premierminister Edi Rama mit Ländern wie Afghanistan und dem Iran.
Weltweite Kritik
TikTok, das zur chinesischen Bytedance-Gruppe gehört, steht weltweit in der Kritik. So hat Australien im November ein Verbot von Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt.
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