Ein Angelausflug endet für einen Elfjährigen tödlich – zwei Jugendliche gestehen die Tat. Das Motiv lässt fassungslos zurück.
Ein elfjähriger Junge ist in Rennes einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen – und zwei Jugendliche haben die Tat inzwischen gestanden. Als Motiv nannten sie Rache sowie den Wunsch, Angelzubehör im Wert von wenigen Dutzend Euro zurückzubekommen.
Die Leiche des Kindes war am Sonntagmittag in einem Waldgebiet am Ufer der Vilaine, unweit des Stadtzentrums von Rennes, entdeckt worden. Ein Handtuch war fest um seinen Hals gebunden. Die anschließend durchgeführte Obduktion ergab laut Staatsanwalt, dass Théo durch Strangulation ums Leben kam.
Auf die Situation aufmerksam gemacht hatte ein Anwohnerpaar, das die Schreie eines Kindes vernommen hatte. Die herbeigerufenen Polizisten fanden den Jungen leblos vor – mit einem eng um den Hals gezogenen Badetuch.
Tödlicher Angelausflug
Den bisherigen Ermittlungsergebnissen zufolge war Théo am Sonntagnachmittag gemeinsam mit den beiden Verdächtigen zum Angeln an die Vilaine gegangen. Wie Staatsanwalt Teillet erklärte, wurden die beiden Jugendlichen kurz darauf dabei beobachtet, wie sie vom Tatort flüchteten. Außerdem fehlte am Fundort jegliches Angelzubehör, das der Junge mitgehabt hatte.
Beide Tatverdächtige haben die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden. Der 16-jährige Jugendliche und die 15-jährige Mitbeschuldigte erklärten demnach, sie hätten sich rächen und Angelköder zurückholen wollen, die nur wenige Dutzend Euro wert gewesen seien, wie Staatsanwalt Frédéric Teillet am Dienstag mitteilte.
Widersprüchliche Aussagen
Laut Teillet gaben die Jugendlichen an, Théo habe ihnen die Angelköder weggenommen. Der Junge selbst hatte seinen Eltern hingegen erzählt, der 16-Jährige habe ihm die Köder geschenkt. Die Untersuchungshaft beider Verdächtiger wurde verlängert, am Mittwochmorgen sollen sie dem zuständigen Gericht in Rennes vorgeführt werden. Als möglicher Anklagepunkt kommt laut Teillet Mord an einem Minderjährigen in Betracht.
Festgenommen worden war der 16-Jährige bereits am Montagmorgen, die 15-Jährige erschien am Montagnachmittag selbständig auf der Polizeiwache in Rennes. Ihre Aussagen wiesen laut Teillet Widersprüche auf, stimmten jedoch darin überein, dass der 16-Jährige Théo erst am Tag vor der Tat kennengelernt hatte. Am Samstag hätten beide gemeinsam an der Vilaine geangelt und sich für den darauffolgenden Tag erneut verabredet.
Weitere Einzelheiten zu den Tatverdächtigen sind derzeit nicht bekannt.