Strafen oder Förderung – im Vorarlberger Landtag prallen zwei grundverschiedene Ansätze zur Sprachförderung von Kindern aufeinander.
Im Vorarlberger Landtag zeichnet sich eine parteipolitische Auseinandersetzung über die Sprachförderung von Kindern ab. ÖVP und FPÖ wollen im heutigen Bildungsausschuss einen gemeinsamen Antrag einbringen, der auf schärfere Konsequenzen für jene Eltern abzielt, die ihrer Verantwortung bei der sprachlichen Förderung ihrer Kinder nicht nachkommen.
In dem Antrag der beiden Regierungsparteien wird argumentiert, dass eine mangelnde Mitwirkung der Eltern nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes langfristig belaste. Geprüft werden soll, ob die derzeit geltenden Verwaltungsstrafen von bis zu 440 Euro noch zeitgemäß und wirksam genug sind oder ob es weitergehender Maßnahmen bedarf. Das erklärte Ziel sei eine verlässliche Einbindung der Kinder in die deutsche Sprache. Die Strafen wurden bereits deutlich angehoben: 2019 lag der Höchstsatz noch bei 220 Euro. Laut damaligen Angaben des Landes wurden in den vier bis fünf Jahren davor insgesamt 52 Strafverfahren wegen fehlender Mitwirkung an der Sprachförderung durchgeführt.
Opposition dagegen
Die Oppositionsparteien Grüne, NEOS und SPÖ stellen sich geschlossen gegen eine Verschärfung des Sanktionsregimes. Eva Hammerer von den Grünen bezweifelt den Nutzen von Strafmaßnahmen grundsätzlich: „Man wird keine Experten finden, die die Ansicht vertreten, dass Strafen hier etwas nützen. Was helfen würde, wäre Kinderbetreuung in guter Qualität, und auch in mehr quantitativem Umfang als bisher.“
Die NEOS verweisen auf den laufenden Gesetzgebungsprozess: Die Mitwirkungspflicht der Eltern trete erst ab Herbst in Kraft, weshalb eine Diskussion über Verschärfungen zu diesem Zeitpunkt verfrüht und wenig zielführend sei. Die SPÖ geht in ihrer Kritik am weitesten und wirft den Koalitionspartnern vor, die Debatte auf dem Rücken betroffener Familien zu führen. Der schwarz-blaue Antrag strotze vor bösartigen Unterstellungen gegenüber Eltern – statt nach den tatsächlichen Ursachen von Sprachdefiziten zu fragen, behandelten ÖVP und FPÖ die Familien von oben herab und verteilten Strafzettel.
Es gehe diesen Parteien nur um die Inszenierung auf Kosten von Kindern mit Sprachdefiziten.