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Rechtsstreit

Toni Polster vor Gericht: „Das ist einfach eine Ungerechtigkeit“

(FOTO: EPA/PATRICK STRAUB ELECTRONIC)
(FOTO: EPA/PATRICK STRAUB ELECTRONIC)

Im Zentrum eines juristischen Tauziehens am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen steht der ehemalige Fußballprofi und Österreichs Rekordtorschütze Toni Polster, der eine Anerkennung für drei strittige Länderspieltore anstrebt. Diese gelten bis dato als inoffiziell. Polster, der in der Vergangenheit für das Nationalteam insgesamt 44 Tore in 95 offiziellen Spielen erzielte, sieht in der Nichtanerkennung dieser Tore eine eklatante Ungerechtigkeit.

Rechtsstreit mit prominenter Zeugenliste

Der Prozess, initiiert durch Polsters Anwalt Manfred Ainedter, zieht auch durch die geladenen Zeugen großes Interesse auf sich. Unter ihnen befinden sich ehemalige Weggefährten und Mitspieler wie Andreas Ogris und Ernst Baumeister. Auch anderen Zeugen wie Manfred Kern, ein ehemaliger Fußballprofi, und Heinz Palme, der in den 1980er-Jahren beim ÖFB tätig war, sind geladen. Diese sollen zur Klärung beitragen, ob die drei umstrittenen Spiele – gegen Liechtenstein, Tunesien und Marokko – offiziell anerkannt werden sollten.

Fokus auf strittige Spiele

Konkret geht es in der Auseinandersetzung um drei Partien. Das Spiel gegen Liechtenstein im Juni 1984, in dem Polster ein Tor erzielte. Sowie Spiele gegen Tunesien und Marokko in den Jahren 1987 und 1988, in denen er insgesamt zwei Tore schoss. Diese Treffer werden Polster bislang nicht in der offiziellen Statistik gutgeschrieben. Der ehemalige Stürmer und heutige Trainer des Regionalligisten Wiener Viktoria sieht darin eine gravierende Ungerechtigkeit.

Kein Kampf um Torrekord

Polster betont, dass es ihm bei dieser Auseinandersetzung nicht um die Verteidigung seines Torrekords gegenüber aktuellen Nationalteamspielern wie Marko Arnautovic geht. Vielmehr geht es ihm um die prinzipielle Anerkennung seiner Leistungen. „Das ist einfach eine Ungerechtigkeit, die gen Himmel stinkt und die ich korrigiert haben möchte“, erklärte Polster letztes Jahr gegenüber der APA, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Mit diesem juristischen Schritt fordert Toni Polster eine Korrektur in den Annalen des österreichischen Fußballs. Wie das Landesgericht für Zivilrechtssachen entscheiden wird, bleibt derweil noch offen.