Ein toter Wal vor Dänemark, eine geschädigte Haut – und Experten, die kaum noch Zweifel hegen. Die Gewissheit rückt näher.
Das Schicksal des Buckelwals „Timmy“ könnte sich bald auf traurige Weise klären. Der am Tier befestigte Tracker arbeitete nicht zuverlässig, Positionsdaten blieben aus. Experten gehen bereits seit Längerem davon aus, dass der Meeressäuger nicht mehr am Leben ist.
Der Buckelwal „Timmy“ war Ende März 2026 zunächst am Timmendorfer Strand und anschließend vor der Ostseeinsel Poel an der deutschen Küste gestrandet, bevor er Anfang Mai 2026 von einer privaten Initiative mithilfe eines Schleppers und eines mit Wasser gefüllten Lastkahns über das Skagerrak in die Nordsee transportiert und dort am 2. Mai 2026 wieder freigelassen wurde.
Fund bei Anholt
Am Donnerstag wurde vor der dänischen Insel Anholt ein totes Tier im Wasser entdeckt, das dänischen Medienberichten zufolge eine gewisse Ähnlichkeit mit „Timmy“ aufweisen soll. „Er ist ziemlich groß“, sagte Morten Abildstrom, ein Aufseher der dänischen Naturschutzbehörde, gegenüber dem dänischen Sender TV2. Aufgrund der Körpergröße vermutet er, dass es sich um einen Buckelwal handeln könnte, der rund 75 Meter vom Ufer entfernt liegt.
Die dänische Zeitung „Ekstra Bladet“ berichtete unter Berufung auf die dänische Umweltschutzbehörde, dass das Tier offenbar bereits seit längerer Zeit tot sei. Für Freitag ist die Entnahme von Gewebeproben geplant, um die Todesumstände des Tieres zu untersuchen – und um festzustellen, ob es sich tatsächlich um „Timmy“ handelt. Morten Abildstrom äußerte sich dazu im Gespräch mit dem dänischen Sender DRTV am Vormittag bereits konkreter: „Sowohl die deutschen als auch die dänischen Forscher, mit denen ich gesprochen habe, glauben, dass es sich höchstwahrscheinlich um den Buckelwal ,Timmy‘ handelt.“
Geschädigte Haut
In sozialen Netzwerken kursieren Aufnahmen, die das gestrandete Tier zeigen sollen. Darauf ist eine sichtbar angegriffene Haut zu erkennen. Dieser Umstand nährt die Vermutung, dass es sich um „Timmy“ handeln könnte – denn auch bei ihm war die Haut nachweislich geschädigt.
Ob sich „Timmy“ zuletzt überhaupt in der Nähe von Anholt aufgehalten hat, ist weiterhin unbekannt. Der am Tier befestigte GPS-Sender liefere nach wie vor keinerlei Ortungssignale, teilte die Privatinitiative mit, die den Transport des Wals organisiert hatte. Auch das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns verfüge über keine weiteren Informationen, hieß es.