Buckelwal Timmy ist frei – doch hinter der Rettungsaktion brodelt ein Streit, der es in sich hat.
Der Buckelwal Timmy ist am Samstag in der Nordsee freigesetzt worden – er war zuvor aus einer flachen Bucht der Ostsee nahe der Insel Poel geborgen worden. Sieben Stunden nach der Freilassung lieferte ein Sender das erste Signal, seither blieben weitere Daten aus.
Parallel dazu schwelt hinter den Kulissen der Rettungsaktion ein heftiger Streit: Die beiden Hauptfinanziers des Einsatzes, Karin Walter-Mommert, Betreiberin einer Trabrennbahn, und Media-Markt-Gründer Walter Gunz, haben öffentlich erklärt, dass die Freilassung des Wals ohne ihre Zustimmung und ohne abschließende medizinische Untersuchung vollzogen wurde. Darüber berichtet die deutsche BILD.
Streit um Freilassung
In einem offiziellen Schreiben distanzieren sich die Geldgeber ausdrücklich von der Freilassungsaktion. Das Dokument hält fest: „Wir konstatieren hiermit, dass wir an der heutigen Entlassungsaktion des Wals weder beteiligt waren noch diese aktiv begleitet haben. Etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal haben der Eigner, die Betreiber und uns bekannte Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen.“
Ursprünglich war für den 2. Mai vorgesehen, dass ein Expertenteam den Gesundheitszustand des Tiers unmittelbar vor der Freilassung ein letztes Mal bewertet. Dieser Plan wurde laut Karin Walter-Mommert jedoch nicht umgesetzt. Zwar wurde der renommierte Wal-Experte Jeffrey Foster – bekannt durch seine Arbeit am „Free Willy“-Wal Keiko – zur Transportbarge gebracht, das medizinische Personal hingegen blieb zurück.
Walter-Mommert schildert die Situation so: „Da für den 02.05.2026 ein, selbstverständlich vom Gesundheitszustand des Wals abhängiger, zweiter Entlassungsversuch terminiert war, sollte unser Team morgens zur Barge verbracht werden. (…) Entgegen dieser Abmachung wurde jedoch lediglich Jeffrey Foster zur Barge übergesetzt, die Ärztinnen wurden, warum auch immer, auf einen späteren Transport vertröstet, welcher nie stattfand.“
Druck auf Experten
Besonders schwerwiegend sind die Schilderungen über das, was Foster auf dem Schiff erlebte. Dem Experten wurde demnach untersagt, seine tierärztlichen Kolleginnen Kirsten Tönnies und Anne Herrschaft hinzuzuziehen. Laut der Erklärung der beiden Millionäre sei Foster erheblichem Druck ausgesetzt worden, den Wal möglichst rasch freizulassen.
In diesem Zusammenhang soll es zu einem bemerkenswerten Vorfall gekommen sein: Eine Bitte Fosters, sein Team nachzuholen, wurde abgelehnt. „Ebenso wurde ihm im Laufe der Vorgänge untersagt, sein Handy zu nutzen, unter Androhung, dieses ins Meer zu werfen.“
Official statement on the events of Timmy's (Hope's) release this morning.
— Nicolette DeVidar (@NDevidar) May 2, 2026
Please read.
"Zu den Vorgängen heute morgen
Karin Walter-Mommert
02.05. 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir konstatieren hiermit, dass wir an der heutigen Entlassungsaktion des Wales weder… pic.twitter.com/9UQ7GVYzJg
Walter-Mommert und Gunz halten in ihrer Erklärung fest: „Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wals führten.“