Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Rettungsaktion

„Endlich ist er frei“: Wal Timmy verlässt Barge und schwimmt ins offene Meer (VIDEOS)

„Endlich ist er frei“: Wal Timmy verlässt Barge und schwimmt ins offene Meer (VIDEOS)
FOTO: Screenshot News5
4 Min. Lesezeit |

Der Buckelwal Timmy ist wieder in Freiheit. Nach seiner Bergung aus einer flachen Bucht bei der Insel Poel wurde das Tier laut dem privaten Rettungsteam erfolgreich in der Nordsee ausgesetzt. Gegen 9.00 Uhr verließ er eigenständig den Lastkahn, in dem er transportiert worden war.

Aufnahmen des Livestream-Anbieters „News5″ dokumentieren den Moment. „Er ist schon getaucht, wir haben die Fontäne schon gesehen. Es scheint ihm gut zu gehen“, schildert die begleitende Redakteurin.

Wo Timmy seinen Weg fortsetzt, lässt sich zumindest vorerst nachverfolgen: Seit Freitag trägt der junge Buckelwal einen Peilsender. Ob dieser im Ernstfall ausreicht, ist jedoch fraglich.

Lief alles wie geplant?

Nach ersten Informationen der BILD soll der Kapitän des Schleppers die Freilassung angeordnet haben. Allerdings erfolgte diese offenbar nicht an dem ursprünglich von der Rettungsinitiative vorgesehenen Ort im offenen Meer.

Die Sorge, dass der Wal erneut in seichte Gewässer geraten und stranden könnte, ist unter Beobachtern weit verbreitet. Besonders in Dänemark wäre ein solches Szenario fatal: Das dänische Umweltministerium betrachtet Strandungen als natürlichen Vorgang und sieht grundsätzlich von Rettungseinsätzen ab.

Verstörende Szenen am Vortag

Am Abend des 1. Mai kam es rund um Wal Timmy zu teils hektischen und widersprüchlichen Szenen auf der Barge. Zunächst schwamm das Tier auffällig aktiv in seinem Wasserbecken und bewegte sich mehrfach in Richtung Ausgang seines Transportbeckens, zog sich dann jedoch wieder zurück. Zeitweise blockierten Helfer mit einem Schlauchboot den Zugang.

Im weiteren Verlauf wirkte Timmy zunehmend unruhig und angespannt: Er stieß wiederholt Fontänen aus, machte einen Buckel und wechselte mehrfach seine Position innerhalb der Barge. Mehrere Helfer befanden sich zeitweise im Becken oder beobachteten die Situation von oben. Berichten zufolge war auch eine bislang nicht namentlich bekannte Tierärztin vor Ort.

Später sorgten weitere Vorgänge für Irritationen. Laut einem Livestream-Bericht soll unter anderem ein Seil um den Wal gelegt und zeitweise auch an seiner Fluke gezogen worden sein – offenbar ohne vorherige Absprache. Zudem sei die Barge zwischenzeitlich abgesenkt worden, obwohl dies ursprünglich erst für den Moment der Freilassung vorgesehen war. Beobachter sprachen in diesem Zusammenhang von Unstimmigkeiten innerhalb der beteiligten Initiative.

@lipslove1984 mit Seil wird nach geholfen,ich hoffe Hope geht es gut 🥺🐳💗 #wal #hope ♬ Originalton – WalHope2026🐳💗

Kritik von Bestseller-Autor

Deutliche Kritik an der gesamten Aktion kommt vom Bestseller-Autor Sergio Bambaren, Vizepräsident der Umweltschutzorganisation Mundo Azul, der einer privaten Initiative angehört. Über Instagram berichtete er, seit mehr als zwei Tagen an Bord eines Schiffes festzusitzen, ohne Zugang zum Tier erhalten zu haben.

Die dafür genannten Begründungen empfindet er als widersprüchlich: Zunächst sei ein Transfer als zu riskant eingestuft worden, später seien gesundheitliche Gründe ins Feld geführt worden. „Das klingt so absurd“, schreibt er offen an seine Follower.

Seine Enttäuschung ist dabei unmissverständlich: „Ich bin sehr wütend und fühle mich betrogen.“ Der Autor zieht daraus eine grundlegende Schlussfolgerung und zweifelt an der Seriosität des gesamten Vorhabens. Sein Eindruck: „Etwas fühlt sich bei dieser Rettung nicht richtig an.“

In einem Facebook-Post meldete sich Bambaren später erneut zu Wort. „Endlich ist er frei“, schreibt er. Timmy sei inzwischen im offenen Meer unterwegs, offenbar auf der Suche nach seiner Familie, wirke in guter Verfassung und werde von zahlreichen Möwen begleitet.

Die Rettungsaktion wurde als privat finanzierte Initiative durchgeführt. Was sich tatsächlich hinter den Kulissen abgespielt hat, ist derzeit nicht bekannt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen