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Kaufverhalten

Trotz Krise: Wiener geben 305 Euro für Weihnachtsgeschenke aus

Trotz Krise: Wiener geben 305 Euro für Weihnachtsgeschenke aus
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4 Min. Lesezeit |

Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleiben die Wiener großzügig: 88 Prozent werden Weihnachtsgeschenke kaufen und dafür durchschnittlich 305 Euro ausgeben.

Die Wien-Bevölkerung hält trotz angespannter Wirtschaftslage an ihrer Geschenktradition fest. Aktuelle Erhebungen der KMU Forschung Austria belegen: 88 Prozent der Wienerinnen und Wiener werden in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke besorgen. Dies entspricht etwa 1,5 Millionen Menschen, die zusammen mehr als 10.000 Präsente kaufen werden. Der prognostizierte Gesamtumsatz beläuft sich auf 460 Millionen Euro.

Pro Kopf werden durchschnittlich 305 Euro für Geschenke ausgegeben. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) plant mit einem Budget zwischen 200 und 400 Euro, während 21 Prozent zwischen 100 und 200 Euro einkalkulieren. Für besonders großzügige Geschenke entscheiden sich 7 Prozent mit einem Budget über 800 Euro.

Hauptempfänger der Aufmerksamkeiten sind Lebenspartner (62 Prozent) und der eigene Nachwuchs (60 Prozent). Auch Eltern (48 Prozent) und Geschwister (34 Prozent) stehen häufig auf der Beschenktenliste. Die durchschnittliche Anzahl der Geschenke bleibt mit sieben Präsenten konstant zum Vorjahr.

An der Spitze der Geschenkideen stehen Gutscheine (33 Prozent), dicht gefolgt von Spielwaren (31 Prozent). Ebenfalls beliebt sind Bekleidung und Textilien (27 Prozent), Kosmetikprodukte (24 Prozent), Bücher (23 Prozent) sowie Geldgeschenke (21 Prozent).

Margarete Gumprecht, die den Wien-Handel als Obfrau vertritt, wertet diese Zahlen als ermutigendes Zeichen: „Die Wienerinnen und Wiener möchten ihren Liebsten etwas schenken. Selbst wenn heuer bewusster budgetiert wird, bleibt die Kaufbereitschaft hoch.“ Es ist erfreulich, dass Weihnachten als wichtigster Anlass für Geschenke ungebrochen stark bleibt. Ein positives Signal für den Wien-Handel!

Wirtschaftliche Bedeutung

„Im Wien-Handel lebt die Hoffnung, dass die Menschen sich von der guten Stimmung und dem vielfältigen Angebot inspirieren lassen – und sich am Ende doch ein wenig mehr gönnen, als ursprünglich geplant war“, so Gumprecht. Sie verweist auf die große wirtschaftliche Bedeutung für viele Handelsbranchen: „Ein starkes Weihnachtsgeschäft ist heuer wichtiger denn je. Die Spielwarenhändler machen etwa bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes in der Adventzeit.“

Auch für den Uhren- und Schmuckhandel, den Bekleidungshandel, Drogerien und Parfümerien sowie Buch- und Elektrofachgeschäfte sind die Ausgaben in der Adventzeit von großer Relevanz.

Die Umfrage zeigt, dass etwa ein Fünftel der Befragten in den vergangenen Wochen gezielt Konsumverzicht übte, um mehr finanzielle Mittel für Weihnachtsgeschenke verfügbar zu haben. Jeder vierte Befragte hat bestimmte Anschaffungen oder Erlebnisse bewusst aufgeschoben, um sie als Weihnachtsgeschenk zu nutzen.

„Die Wienerinnen und Wiener planen ihre Ausgaben heute bewusster: Sie kaufen früher, legen mehr Wert auf qualitative sowie regionale Produkte und suchen gezielt besondere Einkaufserlebnisse. Für den Wien-Handel ist das eine große Chance“, erklärt Gumprecht. „Frühkäuferinnen und Frühkäufer vermeiden nicht nur Stress, sondern helfen auch den Betrieben, weil sich das Weihnachtsgeschäft besser verteilt.“

Einkaufsverhalten

Die Erhebungsdaten bestätigen einen veränderten Einkaufsrhythmus: Bereits vor oder im Oktober beginnen 12 Prozent mit dem Geschenkekauf. In der ersten Novemberhälfte erledigen 14 Prozent ihre Haupteinkäufe, in der zweiten Novemberhälfte sind es 24 Prozent. Der Dezember bleibt dennoch die Haupteinkaufszeit – 32 Prozent der Wiener besorgen in der ersten Monatshälfte den Großteil ihrer Geschenke.

In den letzten zwei Dezemberwochen schließen noch 15 Prozent ihre Weihnachtseinkäufe ab – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 35 Prozent vor einem Jahrzehnt.

Die Umfrage dokumentiert zudem eine steigende Wertschätzung für lokale Angebote: Fast ein Drittel (31 Prozent) möchte überwiegend im eigenen Stadtviertel einkaufen. Etwa jeder Sechste (17 Prozent) achtet besonders auf die regionale Herkunft der Produkte.

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt für ihre Geschenkeinkäufe auch digitale Kanäle. Der Anteil jener, die zumindest teilweise online bestellen wollen, liegt bei 57 Prozent, mit durchschnittlichen Online-Ausgaben von 200 Euro. „Viele heimische Betriebe reagieren erfolgreich auf diese Entwicklung und setzen verstärkt auf eigene digitale Vertriebskanäle. Dennoch steht der Online-Handel unter massivem Wettbewerbsdruck durch globale Plattformen“, so Gumprecht.

Über die Hälfte der Online-Ausgaben fließt inzwischen zu internationalen Anbietern. Im Vorjahr wurden 4,6 Milliarden Kleinsendungen unter 150 Euro in die EU importiert, davon 91 Prozent aus China – mit erheblichen Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Umwelt.

Gumprecht ist überzeugt: „Zur Weihnachtszeit schlägt die Stunde des stationären Handels. Denn nur vor Ort spürt man die besondere Stimmung, bekommt persönliche Beratung und findet Qualität, die man sofort mit nach Hause nehmen kann. Das kann keine Online-Plattform ersetzen.“

Obwohl die EU ab 2026 eine Reform der Zollpolitik plant, um die unkontrollierte Paketflut einzudämmen, liegt es laut Gumprecht auch in der Verantwortung der Konsumenten, lokale Unternehmen zu unterstützen.

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„Jeder regionale Einkauf hat eine große Bedeutung. Wer in Wien einkauft – ob im Geschäft ums Eck oder im österreichischen Onlineshop – stärkt die heimischen Betriebe, sichert Arbeitsplätze und hält die Stadt lebendig.“

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KO KOSMO-Redaktion
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