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Versorgungskrise

Ukraine-Soldaten 17 Tage ohne Essen – Kommandant abgesetzt

Ukraine-Soldaten 17 Tage ohne Essen – Kommandant abgesetzt
(FOTO: Screenshot / X)
3 Min. Lesezeit |

Die ukrainische Armee hat schwerwiegende logistische Mängel an der Front bei Kupjansk eingestanden und mehrere Kommandanten abgesetzt. Auslöser war die Verbreitung von Fotos ausgehungerter Soldaten im Internet, die eine heftige öffentliche Reaktion auslösten und eine interne Untersuchung nach sich zogen. Die Bilder zeigten Angehörige des 2. mechanisierten Bataillons der 14. separaten mechanisierten Brigade.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte der Generalstab, dass anhaltende russische Luft- und Raketenangriffe auf Übergänge über den Fluss Oskil die Versorgung der im Raum Kupjansk im Gebiet Charkiw operierenden Einheiten massiv erschwert hätten. „Systematische feindliche Luft- und Raketenangriffe auf die Übergänge über den Fluss Oskil haben die logistische Unterstützung unserer Einheiten in diesem Gebiet erheblich verkompliziert“, heißt es in der Mitteilung.

Als Reaktion darauf werden die betroffenen Einheiten seither per Boot und über schwere Drohnen versorgt – eine provisorische Lösung, die angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe auf Versorgungsrouten mit erheblichen Risiken verbunden ist.

Interne Versäumnisse

Neben den äußeren Bedrohungen räumte die Armee jedoch auch interne Versäumnisse ein. Das Kommando der 14. Brigade habe die tatsächliche Lage vor Ort nicht korrekt gemeldet, was sowohl zum Verlust von Stellungen als auch zu Fehlern bei der Truppenversorgung beigetragen habe. Bestätigt wurde zudem, dass Soldaten an einer Stellung über einen längeren Zeitraum ohne ausreichend Nahrung und Wasser auskommen mussten – Berichten zufolge bis zu 17 Tage lang.

„Die Männer sind an ihren Stellungen ohne Nahrung und Wasser. Das Kommando reagiert nicht. Die Kämpfer verlieren vor Hunger das Bewusstsein und trinken Regenwasser. Es gibt auch Probleme mit der Kommunikation“, hieß es in einem Beitrag in sozialen Netzwerken, der die Fotos der Soldaten begleitete.

In der Folge wurde der Kommandant der 14. Brigade abgesetzt, der Kommandant des 10. Armeekorps degradiert. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Der Generalstab betonte, das neue Kommando ergreife alle verfügbaren Maßnahmen, um die Lage zu stabilisieren und eine angemessene Versorgung der Soldaten an den Kampfstellungen sicherzustellen.

Drohnenbedrohung Rubikon

Parallel dazu arbeitet das Kommando an der Stärkung der Luftabwehr, dem Ausbau der Kapazitäten für elektronische Kriegsführung sowie der Verbesserung des Drohnenschutzes in diesem Sektor. „Unter diesen schwierigen Bedingungen widmen wir der Versorgung unserer Soldaten, die Aufgaben an der vordersten Frontlinie erfüllen, besondere Aufmerksamkeit“, erklärte der Generalstab.

Der Frontabschnitt bei Kupjansk gilt als einer der belastendsten des gesamten Kriegsgeschehens. Die ukrainischen Streitkräfte stehen dort unter konstantem Druck durch wiederholte russische Angriffe. Militärfunktionäre verweisen dabei auch auf die russische Elite-Drohneneinheit „Rubikon“, die gezielt auf die Unterbrechung von Versorgungslinien spezialisiert ist. Ihre Drohnen nehmen Berichten zufolge mit außergewöhnlicher Intensität Nachschubfahrzeuge ins Visier – und machen Versorgungsoperationen in diesem Gebiet damit zu nahezu ununterbrochenen Hochrisikoeinsätzen.

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KO KOSMO-Redaktion
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