Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Zukunftsoptimismus

Umfrage-Hammer: Kroaten blicken optimistisch in die Zukunft

Umfrage-Hammer: Kroaten blicken optimistisch in die Zukunft
Foto: iStock
4 Min. Lesezeit |

Während Europa zweifelt, blickt Kroatien optimistisch nach vorn. Die Bürger des Balkanlandes sehen ihre eigene Zukunft deutlich rosiger als den Weg der Europäischen Union.

Die Kroaten blicken zuversichtlicher in die eigene Zukunft als in jene der EU. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Herbst-Eurobarometers, einer vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Umfrage. Demnach äußerten sich 77 Prozent der kroatischen Befragten optimistisch hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunft und jener ihrer Familie – ein Wert, der knapp über dem EU-Durchschnitt von 76 Prozent liegt.

Bemerkenswert ist der ausgeprägte Optimismus der Kroaten bezüglich der Entwicklung ihres eigenen Landes. Mit 67 Prozent positiven Einschätzungen liegt dieser Wert deutlich über dem europäischen Durchschnitt, wo 41 Prozent der Befragten pessimistisch in die Zukunft ihrer Heimatländer blicken. Die Zukunftsaussichten für die Europäische Union bewerten 61 Prozent der kroatischen Bürger positiv, während die globale Zukunft mit 54 Prozent am wenigsten optimistisch eingeschätzt wird.

Bei Sicherheitsfragen bereiten den kroatischen Bürgern vor allem durch den Klimawandel verschärfte Naturkatastrophen Sorgen (73 Prozent). Dicht gefolgt von Kriegen in EU-Nähe (71 Prozent), Terrorismus (70 Prozent) und Migrationsfragen (68 Prozent). Auch die Energieabhängigkeit von Nicht-EU-Staaten beunruhigt fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent).

Im Kommunikationsbereich dominieren Bedenken hinsichtlich Hassrede (68 Prozent) sowie Desinformation, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und Datenschutzprobleme (jeweils 67 Prozent).

Stärkere EU-Rolle

Die Mehrheit der Kroaten wie auch der EU-Bürger insgesamt wünscht sich eine stärkere Rolle der Union bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen. Während unionsweit 66 Prozent der Befragten die EU in einer Schutzfunktion sehen wollen, liegt dieser Wert in Kroatien bei 60 Prozent. Eine überwältigende Mehrheit von 89 Prozent der EU-Bürger betrachtet die Einheit der Union als entscheidend, und 73 Prozent befürworten mehr Ressourcen für die EU zur Bewältigung globaler Herausforderungen.

In Kroatien sprechen sich sogar 88 Prozent für mehr Einigkeit unter den Mitgliedstaaten aus, und 83 Prozent befürworten eine bessere finanzielle Ausstattung der EU zur Krisenbewältigung. Um ihre globale Position zu stärken, sollte sich die Union nach Ansicht der EU-Bürger vorrangig auf Verteidigung und Sicherheit (40 Prozent), Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit (32 Prozent) sowie Energieunabhängigkeit (29 Prozent) konzentrieren.

Die kroatischen Befragten setzen etwas andere Prioritäten: Für sie stehen Energieunabhängigkeit und Infrastruktur an erster Stelle (35 Prozent) – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte gegenüber der Mai-Umfrage. Dahinter folgen Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaft (34 Prozent) sowie Ernährungssicherheit und Landwirtschaft (32 Prozent).

Erwartungen und Image

Vom Europäischen Parlament erwarten die kroatischen Bürger vor allem Maßnahmen gegen Inflation und steigende Lebenshaltungskosten (57 Prozent) sowie wirtschaftspolitische Initiativen (43 Prozent). Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) wünscht sich zudem verstärkte Anstrengungen gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Mehr als die Hälfte der kroatischen Befragten (56 Prozent) rechnet damit, dass ihr Lebensstandard in den kommenden fünf Jahren unverändert bleibt, während 22 Prozent eine Verschlechterung und 21 Prozent eine Verbesserung erwarten.

Auf EU-Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild: 54 Prozent der Befragten erwarten einen stabilen Lebensstandard, doch fast ein Drittel (28 Prozent) befürchtet einen Rückgang – besonders in Ländern mit größerer wirtschaftlicher Unsicherheit. Am pessimistischsten sind die Bürger in Frankreich (45 Prozent), Belgien und der Slowakei (jeweils 40 Prozent).

Das Image der EU ist in Kroatien überwiegend positiv: 52 Prozent der Befragten haben ein gutes Bild von der Union, nur 12 Prozent ein negatives. Das Europäische Parlament wird von 41 Prozent positiv und von 20 Prozent negativ bewertet. Die EU-Mitgliedschaft betrachten 57 Prozent der kroatischen Bürger als vorteilhaft, während 17 Prozent sie negativ sehen. Im EU-Durchschnitt haben 49 Prozent ein positives Bild von der Union, und 62 Prozent bewerten die Mitgliedschaft ihrer Länder positiv.

Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 30. November des Vorjahres in allen Mitgliedstaaten persönlich durchgeführt.

Bei Sicherheitsfragen bereiten den EU-Bürgern insbesondere Konflikte und Kriege in EU-Nähe (72 Prozent), Terrorismus (67 Prozent), Cyberangriffe aus Drittländern (66 Prozent), klimabedingte Naturkatastrophen (66 Prozent) und unkontrollierte Migration (65 Prozent) Sorgen.