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Meinungswandel

Umfrage in Österreich: USA gelten als größte Bedrohung

Umfrage in Österreich: USA gelten als größte Bedrohung
(FOTO: EPA / SAMUEL CORUM / POOL)
3 Min. Lesezeit |

Ein Stimmungsumschwung in Österreich: Wie Russland, China und die USA im globalen Bedrohungsbild neu bewertet werden.

Eine aktuelle Onlineumfrage des Instituts Unique Research, durchgeführt zwischen dem 29. April und dem 5. Mai, belegt einen markanten Wandel in der österreichischen Bevölkerung: 37 Prozent der Befragten sehen die USA mittlerweile als größte Bedrohung für den Weltfrieden – mehr als jene 33 Prozent, die Russland an erster Stelle nennen. Noch vor zwei Jahren war das Bild ein völlig anderes: Damals bezeichneten 60 Prozent Russland als größte Gefahr, während lediglich 15 Prozent diese Einschätzung auf die USA bezogen.

Die im Auftrag des Magazins „Der Pragmaticus“ durchgeführte Erhebung basiert auf 835 wahlberechtigten Personen in Österreich, mit einer statistischen Schwankungsbreite von 3,4 Prozentpunkten.

„Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die USA für Österreich und Europa wirtschaftliches, politisches und kulturelles Vorbild. Dieses Bild hat sich nahezu umgedreht“, kommentierte Meinungsforscher Peter Hajek die Umfrage, die anlässlich des 250. Jahrestags der Gründung der Vereinigten Staaten am 4. Juli durchgeführt wurde. „Nur noch jeder Fünfte hat ein positives Bild von den USA, drei Viertel sehen sie negativ.“ Der Anteil derjenigen, die ein sehr negatives Bild von den USA haben, hat sich dabei in den vergangenen zwei Jahren von 14 auf 29 Prozent mehr als verdoppelt.

Negatives US-Bild

Die Detailergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: 63 Prozent der Befragten ordnen die USA als autoritär ein, nur 25 Prozent als demokratisch. Als verantwortungslos gelten sie 70 Prozent, als verantwortungsvoll lediglich 20 Prozent. Jeweils 77 Prozent sind der Meinung, die USA übten zu viel globalen Einfluss aus und handelten primär aus Profitinteresse.

Besser schneiden die Vereinigten Staaten bei Eigenschaften ab, die traditionell mit ihnen in Verbindung gebracht werden: 59 Prozent halten sie für leistungsorientiert, 57 Prozent für mutig und 45 Prozent für innovativ.

78 Prozent der Befragten nehmen einen grundlegenden Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Wirtschaftsmodell wahr – und fast ebenso viele, nämlich 73 Prozent, betrachten das amerikanische Modell nicht als Orientierungspunkt für Europa. Bei der Frage nach der Meinungsfreiheit in den USA ergibt sich eine knappe relative Mehrheit: 46 Prozent sehen sie als gefährdet, 44 Prozent nicht.

Chinas globale Führung

Besonders aufschlussreich ist die Frage nach der künftigen globalen Führungsmacht – ein Ergebnis, das für US-Präsident Donald Trump kaum schmeichelhaft ausfallen dürfte. Nur 16 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die USA in zehn Jahren politisch und wirtschaftlich an der Weltspitze stehen werden. Sieben Prozent nennen die Europäische Union, vier Prozent Indien, drei Prozent Russland. Mit großem Abstand dominiert China: 46 Prozent gehen davon aus, dass die Volksrepublik im Jahr 2036 die globale Führungsrolle innehaben wird.

Jener Anteil der Befragten, der die Europäische Union als größte Bedrohung für den Weltfrieden einstuft, hat sich von vier auf acht Prozent verdoppelt. Für China traf diese Einschätzung mit vier Prozent etwas weniger zu als noch 2024, als sieben Prozent diese Aussage machten.

Hajek zufolge war das Bild der USA im linken politischen Milieu schon immer kritisch geprägt. Früher seien die Vereinigten Staaten zwar als „vielleicht konservativ, puritanisch oder machtpolitisch hart“ wahrgenommen worden, hätten aber gleichzeitig als „radikal demokratisch“ gegolten. „Genau diese demokratische Strahlkraft ist beschädigt.“ Die USA würden „zunehmend als autoritär und verantwortungslos wahrgenommen“.

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KO KOSMO-Redaktion
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