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WASHINGTON-DEAL

USA, Kosovo und Serbien für Nobelpreis nominiert

(FOTOS: Wikimedia Commons/ProtoplasmaKid, zVg.)

Ein schwedisches Parlamentsmitglied twitterte am Freitag, die Regierungen der USA, des Kosovos und Serbiens für den Friedensnobelpreis nominiert zu haben.

Der Washington-Deal (KOSMO berichtete) zwischen US-Präsident Donald Trump, dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und dem kosovarischen Ministerpräsidenten Avdullah Hoti sorgte für internationale Schlagzeilen. Der Inhalt des Abkommens ist jedoch nicht umstritten.

Trump: „Frieden in Nah-Ost“
Donald Trump gelang ein großer außenpolitischer Schachzug mitten im Wahlkampf. Er schaffte es nicht nur, dass sich die beiden Streitparteien, Serbien und Kosovo, auf einen Vertrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen einlassen, sondern involvierte auch Israel. Auf Twitter schreibt der US-Präsident: „Noch ein weiterer Großer Tag für den Frieden in Nahost“

Allerdings kritisieren viele Politikexperten, dass sich die beiden Balkanländer mit diesem Deal im Weißen Haus, auf politisches Glatteis führen haben lassen. Beide Länder werden in Zukunft ihre Botschaften in Jerusalem und nicht in Tel Aviv haben.

Dies ist politisch eine sehr heikle Angelegenheit. Schlussendlich ist genau diese Stadt einer der großen Streitpunkte im langjährigen Nahost-Konflikt, da Israel Jerusalem als unteilbare Hauptstadt beansprucht. Gleichzeitig möchten Palästinenser den östlichen Teil als Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates.

Vertrag könnte Serbien den Kosovo kosten
Mit der Verlegung der Botschaft nach Jerusalem stellt sich die serbische Regierung unter Aleksandar Vučić gegen den Kurs der Europäischen Union und missachtet gleichzeitig die Resolution 478 des UN-Sicherheitsrates. Genau jene Missachtung könnte Serbiens Anspruch auf die, wie die Regierung sie selbst bezeichnet, „abtrünnige südserbische Provinz Kosovo und Metochien“ kosten (KOSMO berichtet).

Nominierung für Friedensnobelpreise
Trotz der internationalen Kritik und Bedenken bezüglich des Washington-Deals twitterte der schwedische Parlamentsabgeordnete Magnus Jacobsson am Freitag feierlich, die drei involvierten Regierungen für den Friedensnobelpreis nominiert zu haben. Dem Tweet fügte der schwedische Politiker ein Schriftstück bei, welches seine offizielle Nominierung bestätigt.

„Ich habe die US-Regierung und die Regierungen des Kosovo und Serbiens für ihre gemeinsame Arbeit für Frieden und wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen des im Weißen Haus unterzeichneten Kooperationsabkommens für den Friedensnobelpreis nominiert. Handel und Kommunikation sind wichtige Bausteine für den Frieden“, so Jacobsson.

Der Friedensnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der in Norwegen vergeben wird und nicht in Schweden. Abgeordnete haben bis zum 1. Februar jedes Jahres Zeit, Kandidaten zu nominieren. Das Nobelpreiskomittee selbst macht keine Angaben darüber, wer nominiert wurde.