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WEISSES HAUS

Von wegen Balkan: Trump spielt Vučić und Hoti aus und macht Israel zum Gewinner

(FOTO: YouTube-Screenshot)

Auch wenn Aleksandar Vučić die Ergebnisse der Gespräche im Weißen Haus als „historischen Erfolg“ bezeichnete (KOSMO berichtete), so hat er sich womöglich von US-Präsident Donald Trump in eine außenpolitische Zwickmühle locken lassen.

Eigentlich hatte das Aufeinandertreffen zwischen Vučić und dem kosovarischen Premierminister Avdullah Hoti eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina zum Ziel. Nun scheint jedoch Israel der große Gewinner zu sein.

Trump: „Frieden in Nahost“
Donald Trump dürfte ein großer außenpolitischer Schachzug gelungen. Er schaffte es nicht nur, dass sich die beiden Streitparteien, Serbien und Kosovo, auf einen Vertrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen einlassen, sondern involvierte auch Israel.

Mit der Unterzeichnung des Vertrages verpflichtete sich Vučić die Botschaft seines Landes nach Jerusalem zu verlegen und ein Handelsbüro zu errichten, während Israel gleichzeitig diplomatische Beziehungen mit dem Kosovo aufnehmen möchte. Zudem soll in Jerusalem ebenso eine kosovarische Botschaft sein. Auf Twitter schreibt der US-Präsident: „Noch ein weiterer Großer Tag für den Frieden in Nahost“

Politisches Glatteis
Während sich der serbische Präsident in lokalen Medien damit brüstet, den 10. Punkt des Vertrages, eine Anerkennung der abtrünnigen Provinz Kosovo und Metochien, streichen zu lassen und mehrfach betonte, dass es sich um kein trilaterales Abkommen handle und der Kosovo nicht als souveräner Staat im Schriftstück angeführt ist, so scheint es, als habe sich Belgrad in ein Fettnäpfchen locken lassen.

Eine Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ist politisch eine sehr heikle Angelegenheit. Schlussendlich ist genau diese Stadt einer der großen Streitpunkte im langjährigen Nahost-Konflikt, da Israel Jerusalem als unteilbare Hauptstadt beansprucht. Gleichzeitig möchten Palästinenser den östlichen Teil als Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates.

Vučić selbst vom Inhalt überrascht?
Es ist also weniger verwunderlich, dass das Abkommen im Weißen Haus auf Ärger vonseiten der Palästinenser stieß. Trump dürfte im laufenden Wahlkampf ein geschickter außenpolitischer Schachzug gelungen sein und Serbien und den Kosovo in ein Fettnäpfchen gelockt haben. Trump betonte, dass der Vertrag „Serbien und Kosovo sicherer gemacht“ hätte. Ob Vučić und Hoti das ebenfalls so sehen, bleibt abzuwarten. Der Reaktion des serbsichen Präsidenten zufolge (siehe Video), war er über den genauen Inhalt des Vertrages selbst überrascht.

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