Schrittweiser Truppenabzug der USA aus dem Irak: Zwei Militärstützpunkte werden geräumt, während ein Teil der Soldaten für Beratung und Ausbildung bleibt.
Die USA ziehen schrittweise Truppen von zwei Stützpunkten im Irak ab. Betroffen sind die Militärbasis Ain al-Assad in der Provinz Anbar sowie der Stützpunkt Victoria nahe dem Flughafen von Bagdad. Eine kleinere Anzahl amerikanischer Soldaten wird für Beratungs- und Ausbildungszwecke vor Ort bleiben. Diese Maßnahme ist Teil einer zwischen Washington und Bagdad vereinbarten Neuausrichtung der militärischen Präsenz, die bis Ende September umgesetzt werden soll.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung angekündigt, ihre militärische Rolle im Irak neu zu definieren – betonte jedoch ausdrücklich, dass es sich nicht um einen vollständigen Truppenabzug handle. Die USA führen im Irak und in Syrien eine internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an, die 2014 begann, nachdem der IS große Gebiete in beiden Ländern unter seine Kontrolle gebracht hatte. Obwohl der IS militärisch als besiegt gilt, sind in beiden Ländern weiterhin IS-Kämpfer aktiv.
Nach offiziellen US-Angaben waren zuletzt etwa 2.500 amerikanische Soldaten im Irak stationiert, irakische Quellen sprechen von mehr als 3.000. In Syrien befinden sich laut Pentagon rund 700 US-Soldaten. Aus irakischen Sicherheitskreisen verlautet, dass die abziehenden Truppen größtenteils in der Region verbleiben und in die irakische Kurdenregion sowie nach Kuwait verlegt werden.
Geiseln im Gaza-Streifen
In Israel haben Angehörige der im Gaza-Streifen festgehaltenen Hamas-Geiseln vor den Privatwohnsitzen mehrerer Regierungsmitglieder für eine Waffenruhe und einen Gefangenenaustausch demonstriert. „Wir werden ein weiteres Hinauszögern nicht vergeben“, erklärte das Forum der Geiselfamilien. Die Protestierenden versammelten sich vor den Wohnhäusern von sechs Ministern, darunter Verteidigungsminister Israel Katz und Außenminister Gideon Saar. Für kommenden Dienstag ist ein landesweiter Protesttag geplant.
Die Hamas hatte am vergangenen Montag ihre Zustimmung zu einem neuen Vermittlervorschlag für eine Waffenruhe signalisiert. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine angepasste Version eines früheren Vorschlags des US-Sondergesandten Steve Witkoff, der eine 60-tägige Kampfpause vorsieht. In dieser Zeit sollen zunächst zehn Geiseln gegen palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden. Insgesamt werden noch 50 Geiseln im Gaza-Streifen festgehalten, von denen nach Einschätzung der israelischen Behörden nur noch 20 am Leben sind.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kürzlich einen Plan zur Ausweitung des Militäreinsatzes im Gaza-Streifen gebilligt, gleichzeitig aber neue Verhandlungen mit der Hamas in Aussicht gestellt. Nach Zeugenberichten hat die im Netanjahu-Plan vorgesehene Großoffensive in Gaza-Stadt bereits begonnen.
Nach einem verheerenden Autobombenanschlag in der kolumbianischen Stadt Cali mit sechs Toten und mehr als 60 Verletzten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Verdächtige erhoben. Den Mitgliedern einer Splittergruppe der Guerillaorganisation EMC (Estado Mayor Central) wird Mord mit besonderer Schwere vorgeworfen, wofür ihnen bei einer Verurteilung bis zu 50 Jahre Haft drohen. Die Angeklagten sollen zwei mit Sprengstoffzylindern und Mörsergranaten beladene Lastwagen transportiert und zur Explosion gebracht haben.
Eines der Fahrzeuge detonierte am Donnerstag vor einer Militärflugschule in Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens. Ziel war offenbar ein Stützpunkt der Luftstreitkräfte. Am selben Tag wurden bei einem weiteren Angriff im Norden des Landes 13 Polizisten getötet, als ihr Hubschrauber während eines Einsatzes zur Vernichtung von Kokapflanzen abgeschossen wurde. Die Regierung macht Splittergruppen der ehemaligen FARC-Guerilla (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) für beide Vorfälle verantwortlich, insbesondere die EMC. Diese Gruppierung hatte sich von der FARC abgespalten, nachdem diese 2016 im Rahmen eines Friedensabkommens mit der Regierung ihre Waffen niedergelegt hatte.
US-Präsident Donald Trump hat den Airbnb-Mitgründer Joe Gebbia zum ersten „Designchef der Vereinigten Staaten von Amerika“ ernannt. In dieser Funktion soll Gebbia das neu geschaffene Nationale Designstudio leiten, das die digitalen Dienste der Bundesbehörden effizienter gestalten soll. Der 44-Jährige erklärte, er wolle die Regierungsdienste so konzipieren, dass ihre Nutzung ähnlich zufriedenstellend sei wie die des Apple App Stores.
Das per Präsidialdekret ins Leben gerufene Studio soll innerhalb von drei Jahren die Neugestaltung von rund 26.000 veralteten Webportalen des Bundes überwachen. Nach Angaben eines Regierungsbeamten handelt es sich um einen verkleinerten Nachfolger des umstrittenen Ministeriums für Regierungseffizienz, das zuvor unter der Leitung von Elon Musk stand.
Ukrainischer Unabhängigkeitstag
Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney ist heute zu einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Auch der US-Sondergesandte für die Ukraine, Keith Kellog, wurde in Kiew empfangen. Die Besuche fallen mit dem Unabhängigkeitstag der Ukraine zusammen, den das Land heute begeht. „An diesem besonderen Tag ist es für uns besonders wichtig, die Unterstützung unserer Freunde zu spüren“, erklärte der Stabschef des ukrainischen Präsidenten, Andrij Jermak.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Bedeutung des ukrainischen Abwehrkampfes für die Sicherheit Europas: „Wir stehen Ihnen zur Seite, solange es nötig ist. Denn eine freie Ukraine bedeutet ein freies Europa.“ Deutschlands Kanzler Friedrich Merz bekräftigte: „Sie kämpfen für unsere Freiheitsordnung in Europa und einen gerechten Frieden.“ Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen versicherte der Ukraine weitere Unterstützung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versprach in einer Ansprache: „Wir werden eine Ukraine schaffen, die genügend Kraft und Potenz hat, um in Sicherheit und Frieden zu leben.“ Er erinnerte an die täglichen russischen Luftangriffe auf zivile Einrichtungen und betonte, dass die Ukraine mit Angriffen auf Treibstoffdepots und Militärflugplätze tief in Russland antworte. Die Ukraine hatte am 24. August 1991 im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion ihre Unabhängigkeit erklärt. Der russische Angriffskrieg begann am 24. Februar 2022, ein halbes Jahr vor dem Unabhängigkeitstag.
Norwegen unterstützt die deutsche Lieferung von Patriot-Luftabwehrsystemen an die Ukraine mit umgerechnet rund 600 Millionen Euro. „Gemeinsam mit Deutschland sorgen wir nun dafür, dass die Ukraine schlagkräftige Luftabwehrsysteme erhält“, erklärte Ministerpräsident Jonas Gahr Store. Die norwegische Regierung finanziert zusammen mit Deutschland zwei Patriot-Systeme samt Raketen. Zudem beteiligt sich Norwegen an der Beschaffung von Luftverteidigungsradar des deutschen Herstellers Hensoldt und Luftabwehrsystemen des norwegischen Herstellers Kongsberg.
Anfang August hatte das Bundesverteidigungsministerium mitgeteilt, dass die Bundeswehr zwei weitere Patriot-Systeme an die Ukraine liefern werde. Die USA haben Deutschland im Gegenzug eine beschleunigte Lieferung neu produzierter Patriot-Systeme der neuesten Generation zugesagt.
Russland wirft der Ukraine einen Angriff auf das Atomkraftwerk Kursk vor. Eine ukrainische Kampfdrohne sei von der Luftabwehr in der Nähe des Kraftwerks abgeschossen worden, teilte die Pressestelle der Anlage mit. Beim Aufprall sei die Drohne detoniert und habe einen Hilfstransformator beschädigt, wodurch die Leistung von Block drei auf 50 Prozent reduziert werden musste. Die Strahlenwerte liegen nach russischen Angaben im Normalbereich. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt bislang nicht vor.
Darüber hinaus meldete Russland einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Sysran in der südlichen Region Samara, bei dem ein Industrieunternehmen attackiert worden sei. Nach vorläufigen Informationen gab es keine Toten oder Verletzten. Erst Mitte August hatte das ukrainische Militär eine Ölraffinerie in Sysran angegriffen. Im russischen Ostseehafen Ust-Luga lösten Trümmerteile einer zerstörten ukrainischen Drohne nach Behördenangaben einen Brand in einem Terminal des Gaskonzerns Nowatek aus.
Die Zahl der in Österreich gestellten Asylanträge ist nach Angaben des Innenministeriums auch im Juli gesunken. Im Vormonat wurden insgesamt 1.582 Anträge gestellt, was einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Seit Jahresbeginn sank die Zahl um 34 Prozent auf 10.219 Anträge. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl gewährte von Jänner bis Juli in 6.064 Fällen Asyl oder subsidiären Schutz, während 18.609 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt wurden.
Während ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti die Entwicklung positiv bewertete und vom erfolgreichen Zurückdrängen der „illegalen Migration“ sprach, kritisierte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz die Darstellung als „Propagandashow“ und „dreiste Augenauswischerei“. Eine echte Wende in der Asylpolitik werde es nur mit den Freiheitlichen geben, so Schnedlitz.
Der Vorsitzende im Dachverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, äußert Bedenken hinsichtlich der künftigen Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens angesichts der demografischen Entwicklung. Die Zahl der über 65-Jährigen werde in den kommenden Jahren „massiv ansteigen“, warnte McDonald im Gespräch mit der APA. Während im Jahr 2000 die Gruppe der über 65-Jährigen 1,2 Millionen Versicherte umfasste, sind es derzeit bereits 1,8 Millionen – ein Anstieg um 50 Prozent. Für die kommenden 25 Jahre prognostiziert McDonald einen weiteren Anstieg um 50 Prozent auf 2,7 Millionen. Damit steige die Zahl der älteren, leistungsintensiveren Versicherten, für die die Versicherungsgemeinschaft aufkommen muss, erheblich an.
Die Suche nach geeigneten Ausgleichsflächen für Bauprojekte könnte durch Flächenpools erleichtert werden, wie sie in der Novelle der gesetzlichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgesehen sind. Die Vorständin für Umweltrecht an der Johannes Kepler Universität Linz, Erika Wagner, und die wissenschaftliche Assistentin Daniela Ecker schlagen vor, dass ein Verein solche Pools organisieren könnte. Mit Hilfe gesammelter Ausgleichsflächen könnten Vorgaben der Renaturierungsverordnung erfüllt werden.
Die Wirtschaft im Euro-Raum hat nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Zustrom ausländischer Arbeitskräfte profitiert. Auf der US-Notenbank-Konferenz in Jackson Hole bezeichnete EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Anstieg der Zahl von Arbeitnehmern aus Ländern außerhalb des Euro-Raums als einen Faktor, der die Wirtschaft in einigen Sektoren stütze – trotz einer zunehmenden Präferenz für kürzere Arbeitszeiten und eines Rückgangs des Lebensstandards.
Ohne diesen Beitrag könnten die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt angespannter sein und die Produktion geringer ausfallen, fügte sie hinzu. Auch Spaniens starkes Wirtschaftswachstum nach der Pandemie sei zu einem großen Teil dem Beitrag ausländischer Arbeitskräfte zu verdanken. Migration könne grundsätzlich eine entscheidende Rolle bei der Linderung des Arbeitskräftemangels spielen, doch in allen plausiblen Szenarien werde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Euro-Raum weiter schrumpfen.
Bei den anhaltenden Waldbränden in Portugal und Spanien sind insgesamt acht Menschen ums Leben gekommen. In Portugal starb ein 45-jähriger Feuerwehrmann nach einem Einsatz im Ort Sabugal im Nordosten des Landes. In Spanien gelang es den Behörden, dank günstigerer Wetterbedingungen einige Brände einzudämmen.
Die Iberische Halbinsel ist stark vom Klimawandel betroffen, der laut Fachleuten Hitzewellen und längere Dürren verursacht, die Vegetation austrocknet und so Waldbrände begünstigt. In Portugal wurden in diesem Jahr nach Angaben des europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) rund 278.000 Hektar Land durch Feuer zerstört. In Spanien wurde mit mehr als 400.000 Hektar ein Höchstwert erreicht, davon allein mehr als 350.000 in den vergangenen zwei Wochen.
Der deutsche Regisseur Edgar Reitz ist mit dem Ehrenpreis des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen ausgezeichnet worden. Der 92-Jährige erhielt die Ehrung im Rahmen einer Galavorführung seines neuen Films „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“. Mit dem Preis würdigt das Festival das mehr als 50-jährige Lebenswerk des Filmemachers, der als einer der bedeutendsten deutschen Regisseure der Nachkriegszeit gilt. In seinem „Heimat“-Zyklus erzählt Reitz eine generationenübergreifende Familiensaga über ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte.
Im Süden Englands haben Forscher eine bisher unbekannte Dinosaurierart entdeckt. Der vor mehr als 120 Millionen Jahren auf dem Gebiet der heutigen Isle of Wight lebende Istiorachis macarthurae war etwa zwei Meter hoch, eine Tonne schwer und besaß ein auffälliges Rückensegel. Das markanteste Merkmal des Urzeitreptils, das etwa die Größe eines Amerikanischen Bisons hatte, waren stark verlängerte Dornfortsätze der Rückenwirbel, die vermutlich eine segelartige Hautstruktur stützten.
Die Funktion dieser auffälligen Hautstruktur ist unter Wissenschaftlern umstritten. Während einige vermuten, dass sie zur Temperaturregulierung diente, hält Erstautor Jeremy Lockwood vom Natural History Museum in London eine Signalfunktion für wahrscheinlicher. Das Hautsegel könnte die Tiere größer erscheinen lassen und so Fressfeinde abgeschreckt haben, vor allem aber könnte es der Balzwerbung gedient haben. „Sexuelle Signalgebung ist die wahrscheinlichste Erklärung“, meint Lockwood.
Wenn eine Eigenschaft von Tieren über ihre praktische Funktion hinaus verstärkt wird, liegt das stets am Evolutionsdruck, einen Partner zu finden.