Eine Familie nahe Udine hatte kürzlich eine beängstigende Begegnung mit einem Bären, der plötzlich aus einem Maisfeld auf sie zulief. Der Vorfall ereignete sich während eines abendlichen Spaziergangs, wobei sich die Familie gerade noch rechtzeitig in ihr Haus retten konnte. Wie die Tageszeitung „Il Messaggero“ am Sonntag berichtete, geschah der Zwischenfall vor wenigen Tagen.
📍 Ort des Geschehens
Professor Stefano Filacorda von der Universität Udine, Leiter eines Projekts zur Erfassung der Bärenpopulation in der Region, erklärt, dass in Friaul-Julisch Venetien zwischen fünf und zehn Bären leben. Diese Tiere stammen aus dem benachbarten Slowenien. Einige tragen GPS-Halsbänder zur Bewegungsüberwachung.
Bär identifiziert
Zum konkreten Vorfall in Tarcento führt Filacorda aus, dass in den vergangenen 20 Tagen mehrere Bären im Gebiet des Bergs Bernadia und des Gran Monte nachgewiesen wurden – unter anderem durch Fotofallen. Es sei durchaus möglich, dass dasselbe Tier bis nach Tarcento vorgedrungen sei. Anhand der Fotofallen konnte bestätigt werden, dass es sich um ein männliches Exemplar handelt.
Die Regionalregierung von Friaul-Julisch Venetien hat erst im August 2025 eine Aktualisierung des regionalen Wildtierplans beschlossen. Dabei stehen die Bewertung der Bärenpopulation und deren Überwachung im Mittelpunkt. Monitoring-Methoden wie Fotofallen und GPS-Tracking werden explizit als Maßnahmen zur Bestandserhebung eingesetzt.
Nur männliche Bären
Die Bärenpopulation in Friaul-Julisch Venetien umfasst zwischen fünf und fünfzehn Tiere, die allesamt aus Slowenien eingewandert sind. Weibliche Bären wurden in der Region seit 1970 nicht mehr gesichtet – die letzte Sichtung erfolgte in Tarvis. Experten erklären dieses Phänomen mit dem Verhalten weiblicher Bären, die stark an ihr Geburtsgebiet gebunden bleiben und dieses nicht verlassen.
„In der Provinz Udine handelt es sich bei allen nachgewiesenen Exemplaren um Männchen, die für einige Monate im Jahr kommen und dann meist wieder über die Grenze zurückkehren.
Die nächstgelegene Region in Slowenien mit weiblichen Bären ist Tarnovo, in der Nähe von Gorizia“, erläutert der Experte.
Bekannter Bär mit Senderhalsband
Ein prominentes Beispiel ist der Braunbär „Francesco“ (wissenschaftlich M4), der seit 2015 in der Region Friaul-Julisch Venetien nachgewiesen wird. Spezialisten der Universität Udine haben das männliche Tier mehrfach eingefangen und mit GPS-Halsbändern ausgestattet. Das Senderhalsband ist auch auf aktuellen Videoaufnahmen deutlich sichtbar, was die kontinuierliche Überwachung der Tierbewegungen ermöglicht.