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Insolvenz

Vegane Food-Firma stellt Produktion ein – Konkurs angemeldet

Vegane Food-Firma stellt Produktion ein – Konkurs angemeldet
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein veganer Traum endet mit Millionenschulden: Die steirische Veganz Food Factory ist insolvent – sechs Jobs sind weg.

Die steirische Veganz Food Factory GmbH hat das Ende ihrer Geschäftstätigkeit erreicht. Der auf pflanzliche Cashew-Käsealternativen spezialisierte Produzent hat beim Landesgericht Leoben einen Konkursantrag eingebracht – das geht aus Informationen von Creditreform hervor. Für sechs Beschäftigte bedeutet dies den Verlust ihres Arbeitsplatzes.

Im Insolvenzantrag wird die wirtschaftliche Lage in aller Deutlichkeit beschrieben: „Die Schuldnerin ist nicht mehr in der Lage, ihre fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Schuldnerin ist zahlungsunfähig. Die Passiva übersteigen rechnerisch die Aktiva. Eine positive Fortbestehungsprognose konnte nicht mehr erstellt werden.“

Das Unternehmen mit Sitz in Spielberg bei Zeltweg wurde 2022 gegründet und hatte sich von Beginn an auf die Herstellung veganer Käsealternativen auf Cashewbasis konzentriert. Zu den bekanntesten Produkten zählte der sogenannte „Cashewbert“ – eine pflanzliche Entsprechung des klassischen Camembert. Was als vielversprechende Geschäftsidee startete, mündete nun in einem Insolvenzverfahren.

Verluste von Anfang an

Aus dem Insolvenzantrag geht hervor, dass die wirtschaftliche Schieflage das Unternehmen von Anfang an begleitete. Bereits im Rumpfgeschäftsjahr 2022 zeigte sich die angespannte Situation: Umsatzerlösen von lediglich rund 17.000 Euro stand ein beträchtlicher Kostenblock gegenüber, woraus ein Jahresverlust von rund 180.000 Euro resultierte – eine erhebliche Belastung für ein junges Unternehmen in der Aufbauphase.

Gleichzeitig flossen erhebliche Mittel in den Aufbau einer kostenintensiven Produktionsinfrastruktur, die sich im weiteren Verlauf als schwere finanzielle Hypothek herausstellen sollte. Die in dieser Phase und danach aufgelaufenen Verluste wurden zunächst von der deutschen Muttergesellschaft und Alleingesellschafterin ausgeglichen. Diese Unterstützung vermochte die strukturellen Schwächen des Unternehmens jedoch nur zeitweise zu überbrücken.

In der Anfangsphase schien das Geschäftsmodell durchaus Aussichten auf Erfolg zu haben. Während der COVID-19-Pandemie erlebte der Markt für pflanzliche Lebensmittel einen deutlichen Aufschwung: Die Nachfrage nach veganen Alternativen stieg, der Lebensmittelhandel erweiterte sein Angebot, und in der Branche war von einem dauerhaften Wandel in den Ernährungsgewohnheiten die Rede. Die Veganz Food Factory konnte von dieser Entwicklung zunächst profitieren und ihre Produkte im Markt etablieren.

Markt bricht ein

Mit dem Ende der pandemiebedingten Ausnahmesituation kehrte jedoch Ernüchterung ein. Die Nachfrage nach pflanzlichen Produkten normalisierte sich spürbar, das Kaufverhalten der Konsumenten veränderte sich. Was Branchenvertreter als vorübergehende Schwächephase einordneten, entwickelte sich für viele kleinere Hersteller zu einer existenzbedrohenden Lage.

Besonders belastend wirkte sich dabei die bestehende Fixkostenstruktur aus. Personal-, Produktions- und Betriebskosten blieben konstant, während die Erlöse nicht ausreichten, um diese zu decken. Das Unternehmen geriet in einen Teufelskreis: Um am Markt bestehen zu können, musste die Produktion weiterlaufen – doch jede produzierte Einheit vertiefte das Defizit.

Zusätzlich scheiterten zwei strategisch bedeutsame Kooperationspartnerschaften, auf die das Unternehmen seine weitere Entwicklung maßgeblich ausgerichtet hatte. Mit dem Wegfall dieser geplanten Allianzen verlor die Veganz Food Factory wichtige Absatzkanäle und mögliche zusätzliche Finanzierungsquellen.

Angesichts dieser Gesamtlage sah sich die Geschäftsführung schließlich gezwungen, eine Fortführung des Unternehmens unter den gegebenen Bedingungen als nicht mehr realisierbar einzustufen. Das negative Eigenkapital war bis 2024 auf 925.000 Euro angewachsen, während sich die Liquiditätssituation kontinuierlich verschlechterte, bis die verfügbaren Zahlungsmittel vollständig aufgebraucht waren.

Laut der Bilanz für das Jahr 2024 belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 1,399 Millionen Euro. Eine Weiterführung des Betriebs ist nicht vorgesehen, ein Verkauf des Unternehmens gilt angesichts der desolaten Finanzlage als unwahrscheinlich.

Die Produktion wurde bereits eingestellt, die Anlagen stehen still.