Serbiens Präsident Vucic spricht Klartext zum Nahost-Konflikt – und zieht dabei einen überraschenden Vergleich mit seinem eigenen Land.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat sich mit deutlichen Worten zur eskalierenden Lage im Nahen Osten geäußert. Er bezeichnete die Situation als ernst und potenziell destabilisierend für die globale Ordnung – und übte scharfe Kritik an der Vorbereitung der beteiligten Akteure. An eine Überlegenheit der USA und Israels in diesem Konflikt glaubt er offenkundig nicht.
Vucics Kritik
„Das ist wirklich nicht normal. Ich verstehe nicht, wer das geplant hat – was man sich dabei gedacht hat, dass mit der Ermordung von Haniyeh alles erledigt wäre. Seit einem Monat sage ich, dass Amerika den Iran angreifen wird, ihr haltet mich für verrückt – und wenn es dann tatsächlich passiert, heißt es plötzlich: Staat, hilf uns. Alle sind unvorbereitet hineingegangen, nur der Iran nicht. Dieses ‚das wird schon leicht gehen‘ – nun, das gibt es nicht. Was würden wir jetzt tun, wenn wir keine Ölreserven und alles andere hätten?“, so Vucic.
Sein Unverständnis über das Ausmaß der Unvorbereitetheit brachte er in ungewöhnlich direkter Form zum Ausdruck: „Ich verstehe das alles nicht. Für das kleine Serbien wurden seinerzeit größere Vorbereitungen getroffen als jetzt für den Iran. Alles ist irgendwie oberflächlich geworden, ungefähr. Und die Folgen sind katastrophal.“