Globale Ölmärkte geraten ins Wanken – und Serbien spürt die Folgen direkt an der Zapfsäule.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat angekündigt, dass die Treibstoffpreise noch am selben Tag um bis zu drei Dinar angehoben werden. Eigentlich, so Vucic, wäre eine Erhöhung um 15 bis 20 Dinar realistisch – doch habe man sich bewusst für eine deutlich moderatere Anpassung entschieden. Wie der staatliche Sender RTS berichtet, sollen in den kommenden sieben Tagen zudem Maßnahmen ausgearbeitet werden, die der Inflation entgegenwirken und sowohl Haushalte als auch die Wirtschaft entlasten.
Globale Ölknappheit
In einer öffentlichen Stellungnahme zeichnete der Präsident ein düsteres Bild der globalen Energielage. Es sei schlicht unwahr, dass Öl aus den Golfstaaten derzeit ungehindert exportiert werde. „Es herrscht eine enorme Ölknappheit„, sagte Vucic. Der Preis pro Barrel liege bereits bei 90 Dollar – und könnte binnen 48 Stunden auf 100 Dollar klettern. Sollten sich die Förderländer angesichts der Risiken auf einen Exportstopp einigen, sei sogar ein Anstieg auf 130 bis 140 Dollar denkbar – also eine Verdoppelung gegenüber dem bisherigen Niveau.
Tatsächlich hat sich Brent Crude im Februar 2026 im Bereich von 69 bis 73 US-Dollar pro Barrel bewegt. Die von Vučić genannten Werte liegen somit deutlich über den aktuellen Marktpreisen der weltweit wichtigsten Ölsorte.
Serbiens schwierige Lage
Für Serbien bedeute das eine schwierige Ausgangslage. Das Land verfüge über keine eigenen Ölreserven, und gesetzlich sei es der Regierung nur erlaubt, die Mineralölsteuer um maximal 20 Prozent des Gesamtpreises zu senken. Um darüber hinausgehende Entlastungen zu ermöglichen, brauche es zunächst eine entsprechende gesetzliche Grundlage. Die Prognosen seien „erschreckend“, so Vucic – weshalb der Staat nun rasch handeln müsse.