Während russische Raketen fallen, sucht Selenskyj den Dialog mit Trump. In Florida treffen sich die Präsidenten früher als geplant – mit klaren roten Linien im Gepäck.
Das Treffen zwischen Trump und Selenskyj wird um zwei Stunden vorverlegt und findet nun um 13.00 Uhr Ortszeit (19.00 MEZ) in Mar-a-Lago statt, wie aus einer Mitteilung des Weißen Hauses hervorgeht. Für die zeitliche Anpassung wurden keine Gründe genannt, wobei kurzfristige Änderungen im Terminkalender des US-Präsidenten keine Seltenheit darstellen. Trump empfängt den ukrainischen Staatsgast in seiner Privatresidenz in Palm Beach, Florida – einer Lokalität, die bereits in der Vergangenheit als Schauplatz für hochrangige politische Begegnungen diente.
Der ukrainische Präsident ist laut Suspilne am Samstagabend in den USA eingetroffen. Nach dem Austausch mit Trump plant Selenskyj weitere Gespräche mit westlichen Verbündeten. Auf Telegram betonte er die Notwendigkeit einer starken Position sowohl militärisch als auch diplomatisch, um zu verhindern, dass Putin „manipulieren und ein echtes und gerechtes Ende des Krieges verhindern kann“. Vor seiner Reise nach Florida erhielt Selenskyj bereits Rückendeckung durch eine Videokonferenz mit elf Staats- und Regierungschefs aus Europa und Kanada sowie Vertretern von EU und NATO.
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Selenskyjs Friedensplan
Seit fast vier Jahren wehrt sich die Ukraine mit westlicher Unterstützung gegen die russische Aggression. Bei dem Treffen in Palm Beach dürfte Selenskyj erneut verdeutlichen, dass Kiew weder kapitulieren noch einem von Moskau diktierten Frieden zustimmen wird. Die USA positionieren sich in dem Konflikt als Vermittler. Besonders umstritten sind die russischen Forderungen nach vollständiger Kontrolle des Donbass sowie des Atomkraftwerks Saporischschja – Ansprüche, die Selenskyj bislang zurückweist.
„Natürlich gibt es rote Linien für die Ukraine und das ukrainische Volk“, erklärte der ukrainische Präsident vor dem Treffen auf Telegram. Besonders die von Trump geforderte Abtretung noch nicht russisch kontrollierter Gebiete im Donezker Gebiet lehnt Selenskyj kategorisch ab. Er verwies jedoch auf mögliche Kompromissvorschläge in den Territorialfragen, die zu den heikelsten Aspekten einer potenziellen Einigung zählen.
Mit Trump will der ukrainische Staatschef über seinen am 24. Dezember vorgestellten 20-Punkte-Plan für einen möglichen Frieden sprechen. Im Mittelpunkt stehen dabei Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, um künftige russische Angriffe abzuwehren. Moskau betrachtet den Großteil von Selenskyjs Vorschlägen als unvereinbar mit den eigenen Positionen.
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Russische Angriffe
Der ukrainische Präsident argumentiert, dass die täglichen russischen Luftangriffe Moskaus mangelndes Interesse an einer friedlichen Lösung demonstrieren. Daher will er bei Trump auch für zusätzliche Flugabwehrsysteme werben. Angesichts der kontinuierlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffe benötige die ukrainische Luftverteidigung mehr Abwehrraketen, so Selenskyj.
Putins jüngste Äußerungen folgten auf einen umfangreichen russischen Luft- und Raketenangriff, woraufhin Selenskyj erklärte, Russland zeige damit seinen Willen zur Fortsetzung des Krieges. Das Weiße Haus gab zunächst keine Stellungnahme zu Putins Aussagen ab. Laut Kreml-Mitteilung auf Telegram informierten Militärkommandeure Putin während einer Inspektion über die angebliche Einnahme mehrerer Ortschaften in den Regionen Donezk und Saporischschja, darunter Myrnograd, Rodynske, Artemiwka, Huljajpole und Stepnohirsk.
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Das ukrainische Militär widersprach diesen Darstellungen hinsichtlich Huljajpole und Myrnograd und bezeichnete sie als falsch. In Huljajpole dauern demnach heftige Kämpfe an.